Malen ist Nervenkitzel

Prominente, die im Gespräch sind, malt Dagmar Richter am liebsten. Hier: die 2009 verstorbene Hamburger Prostituierte und Streetworkerin Domenica Niehoff. Wer die Künstlerin in ihrem Atelier, das sie auch als Galerie nutzt, besuchen möchte, kann sich unter S 74 04 13 06 mit ihr in Verbindung setzen. Foto: as
Hamburg: Dagmar Richter Galerie |

Wochenblatt-serie: Künstler aus Süderelbe
Vorgestellt: Porträtmalerin Dagmar Richter (54) aus Finkenwerder

Ein Porträt zu malen, sei für sie reiner Nervenkitzel, sagt Dagmar Richter. „Diese Genauigkeit hinzubekommen, dass man die Person erkennen kann, finde ich aufregend“, so die Künstlerin. „Deshalb male ich am liebsten bekannte Persönlichkeiten.“ Von den Wänden ihres großen Ateliers in der Nordmeertwiete 7 blicken Michael Jackson, Lady Gaga, Hape Kerkeling, Domenica und viele andere Prominente herab.
So viele Bilder sind es, dass jedes Fleckchen Wand mit einem der farbenfrohen Ölgemälde bedeckt ist. Dabei arbeitet Richter erst seit rund vier Jahren als Porträtmalerin. Als sie 2007 mit ihrem Mann aus Oberfranken nach Finkenwerder zog, erfüllte sich die Hausfrau einen langgehegten Wunsch: „Ich habe eine Malschule besucht“, erzählt sie. „Gemalt habe ich schon immer gerne, aber dort habe ich den letzten Kick bekommen.“ Seitdem arbeitet sie täglich an ihren Bildern, oft bis zu acht Stunden lang.
Schnell wurde die Wohnung in Finkenwerder, in der die 54-Jährige gemeinsam mit ihrem Ehemann lebt, zu klein. Da kam es Richter sehr gelegen, dass in einem Anbau ein großer Raum leer stand, den sie schließlich vor rund einem Jahr gemietet hat. Den Raum nutzt sie nicht nur als Atelier, sondern auch als Galerie. Sonnabends und sonntags können Interessierte zwischen 13 und 15 Uhr vorbeikommen und sich ihre Bilder anschauen.
Doch Richter wartet nicht darauf, bis jemand zufällig den Weg in ihr Atelier findet. Sie hat sich einiges einfallen lassen, um ihre Werke der Öffentlichkeit zu präsentieren. Nachdem alle Versuche scheiterten, eine Ausstellung in einer Galerie zu bekommen, wählte sie gemeinsam mit ihrem Mann eine recht ungewönliche Methode, ihre Bilder zu zeigen. „Wir klemmen uns zwei Bilder unter den Arm und ziehen los durch die Stadt“, erzählt Richter. Schon mehrfach habe sie auf diesem Wege Porträt-Aufträge ergattert und sei sogar eingeladen worden, bei einer Ausstellung mitzumachen.
Bisher konnte Richter rund 20 Porträts verkaufen. „Aber die meisten habe ich verschenkt“, so die Künstlerin. Ihr Stiefsohn mit Ehefrau und Kind, sowie viele Freunde und Bekannte haben schon für sie Modell gesessen.
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