Internet ist langsam, Nutzer verzweifeln

In Francop gibt es kein schnelles Internet. Da dauert es schon mal länger, bis die Sachen aus dem Internet heruntergeladen sind. Was Privatleute verzweifeln lässt, ist für Betriebe ein echter Standortnachteil. (Foto: panthermedia)

Francop: In der Hohenwischer Straße kann man Internetdienste wie Videostreaming nicht problemlos nutzen

Andreas Göhring, Francop. „Bitte warten! Bitte warten!“ Der SPD-Bezirksabgeordnete Holger Böhm stellte eine Kleine Anfrage, denn er wollte wissen, warum es vor allem in der Hohenwischer Straße zwischen Hinterdeich und Moorburger Elbdeich nur äußerst schlappe Internetverbindungen gibt und wann dieser Missstand abgestellt wird.

Nach mehr als einem Monat Wartezeit hat die Behörde für Kultur und Medien reagiert und mitgeteilt: „Hamburg verfügt über eine sehr gute Versorgung mit Breitbandinfrastrukturen.“ 96,5 Prozent der Haushalte könnten auf einen Internetzugang mit einer Leistung von mindestens 50 Megabit pro Sekunde im Download zugreifen. Alles in Ordnung also?
Nein, der Behörde sei bewusst, dass es im Stadtgebiet dennoch „weiße Flecken“ in der Zugangsversorgung gibt, in denen die verfügbaren Verbindungsleistungen zu schwach sind, um Internetdienste wie zum Beispiel Videostreaming-Angebote problemfrei nutzen zu können.  „Problemfrei“ bedeutet: Diese Dienste können in den „weißen Flecken“ überhaupt nicht genutzt werden – für so manchen Betrieb ist das ein echter Wettbewerbsnachteil.

Vorsorglich weist die Behörde noch darauf hin, dass in Francop wie in ganz Deutschland niemand einen Anspruch auf eine „gehobene Leistungsfähigkeit“ habe. Paragraf 78 des Telekommunikationsgesetzes sichere nur einen Anschluss zu, der einen „funktionalen Internetzugang“ ermögliche. „Das ist für die betroffenen Haushalte und Betriebe in der heutigen Zeit nicht mehr hinzunehmen“, sagt Böhm.
Tatsächlich teilt die Behörde diese Auffassung. Sie will den Ausbau fördern und verhandelt mit Netzbetreibern. Gleichzeitig gebe es auch Geld vom Bund, dieser stelle aber „eigene, zusätzliche Anforderungen“ an die Förderung. Das klingt ziemlich kompliziert.Und wann können die betroffenen Haushalte und Betriebe auf Chancengleichkeit hoffen? Die Behörde ist optimistisch: „Eine Beginn der Bauarbeiten ist für Mitte 2018 angestrebt.“ Bis dahin heißt es für die Nutzer in der Hohenwischer Straße: Bitte warten!
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