Führerschein mit sechs Jahren

Die Kulturbotschafter werden leicht an ihren weißen T-Shirts mit Aufdruck zu erkennen sein. Sie sind die Ansprechpartner und Organisatoren in Sachen Kultur in der jeweiligen Schule. (Foto: Peter Bruns)

Katholische Schule Neugraben: Schon die Grundschüler machen hier den Kulturführerschein

von Karin Istel, Neugraben

Sie lernen gerade erst das Schreiben und Rechnen, machen aber schon ihren Führerschein: die Grundschüler der katholischen Schule Neugraben. Natürlich nicht den Führerschein fürs Auto, sondern den Kulturführerschein. Sie erwerben gemeinsam mit Mitschülern aller Klassenstufen Wissen und Können in Sachen Kultur.

Wer hat ihn sich ausgedacht?
Der katholische Schulverband Hamburg. Er ist der größte freie Schulträger in Hamburg und hat jetzt das bundesweit einmalige Schulprojekt gestartet.

Was machen die Schüler für den Kulturführerschein?
Sie werden kulturelle Projekte und Einrichtungen in ganz Hamburg besuchen, beispielsweise das Thalia-Theater. Die Schüler schauen sich vor Ort nicht nur alles an, sondern entwickeln anschließend mit dem jeweiligen Kulturpartner eigene Produktionen.
Darüberhinaus werden Schüler als „Kulturbotschafter“, das heißt: Ansprechpartner und Organisatoren vor Ort für den Kulturführerschein, ausgebildet.

Warum gibt es den Kulturführerschein?
„Jedes Kind hat ein Recht auf eine gute und facettenreiche kulturelle Bildung“, begründet Werner Thissen, Hamburger Erzbischof im Ruhestand. Das Recht soll mit dem Kulturführerschein umgesetzt werden.

Wie sieht der Führerschein aus?
Es ist ein Büchlein im DIN A6-Format, hat also dieselbe Größe wie gängige Notizbücher. Die Schüler malen, schreiben, zeichnen nach den eigenen Vorstellungen in das Buch, was sie beispielweise im Museum, beim Opernbesuch oder Literaturprojekt erlebt haben.

Wie viele Kinder machen mit?
An der katholischen Schule Neugraben machen insgesamt 560 Kinder mit.
In ganz Hamburg sind es 10.000 Schüler an 21 katholischen Grund- und Stadtteilschulen sowie Gymnasien.
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