Er jagte Brot mit Pfeil und Bogen

Christian Jankowski wird am Mittwoch, 1. Juli, der Finkenwerder Kunstpreis verliehen. Er zählt mit 20.000 Euro zu den höchst dotierten Kunstauszeichnungen Europas. Foto: pr

Christian Jankowski gewann den Finkenwerder Kunstpreis.

Von Karin Istel. Nach Hamburg zog er wegen seines großen Vorbildes Udo Lindenberg. Doch hier in Hamburg wurde von der Hochschule er für bildende Künste abgelehnt. Eine krasse Fehleinschätzung: Christian Jankowski gehört zu den herausragenden Künstlern Deutschlands Er wurde jetzt mit dem Finkenwerder Kunstpreis ausgezeichnet. Dieser ist mit 20.000 Euro dotiert. Wer einmal schauen möchte, was Jankowski so alles macht, kann aktuelle Werke des Künstlers im Juli und August im Kunsthaus Hamburg betrachten.

Jankowski hinterfragt den Teleshopping-Wahnsinn

Für Furore sorgte Jankowski, als er im Jahr 1992 auf die Jagd ging. Nicht im Wald, sondern in einem Supermarkt. Dort „erlegte“ er mit Pfeil und Bogen Joghurtbecher, Brot, ein tief gefrorenes Hähnchen und Margarine. Davon ernährte er sich eine Woche lang.
Der 47-Jährige beleuchtet in seinen Installationen, Videos, Filmen und Fotos das Verhältnis von Medien, Künstlern und Gesellschaft.
So ließ Jankowski in seinem Videofilm „Kunstmarkt TV“ (2008) einen Teleshopping-Moderator auftreten. Er offerierte in bester Fernseh-Verkaufsaktion Arbeiten der Künstler Jeff Koons und Franz West als wären es Schlankheitspillen.
Der Kunstpreis Finkenwerder wird seit dem Jahr 1999 vom Verein Kulturkreis Finkenwerder verliehen. Christian Jankowski ist der achte Preisträger.

Ausstellung: Christian Jankowski

Kunsthaus Hamburg
Klosterwall 15
di-so 11-18 Uhr
Eintritt: fünf Euro,
ermäßigt drei Euro
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