Eine Zukunft für Straßenkinder

Um für Waisen- und Straßenkinder in einem Vorort von Accra eine neue Schule zu bauen, sammelt der Neugrabener Robert Laryea in seiner Freizeit Spenden und verwaltet den gemeinnützigen Verein Victorian. Das bringt viel Papierkram mit sich. Keine leichte Aufgabe für den gebürtigen Ghanaer, der seit 22 Jahren in Deutschland lebt. Foto: ki

Der Neugrabener Robert Laryea sammelt für eine Schule in Ghana

Karin Istel, Neugraben

Robert Laryea hat einen Auftrag: Er ist unterwegs im Namen von 300 Kindern. In Kürze wird ihre Schule dicht gemacht, der Grundeigentümer will sein Land für etwas anderes nutzen. Dann stehen die Kinder in einem Vorort von Accra, der Hauptstadt Ghanas, buchstäblich auf der Straße. Es muss eine neue Schule her, ist für den Neugrabener klar. Nun sucht er dringend Sponsoren.
Das Schicksal der Schulkinder liegt dem gebürtigen Ghanaer Laryea am Herzen. „Die Kinder brauchen dringend eine gute Ausbildung. Sonst müssen sie sehr hart arbeiten. Besonders die Mädchen. Bei meinem letzten Besuch in Ghana habe ich mit einem 13-jährigen Mädchen gesprochen. Es lebt auf der Straße, verkauft Eiswasser – 14 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Damit Kinder wie sie Aussichten auf ein besseres Leben haben, müssen sie dringend eine Schule besuchen.“
Doch das ist in Ghana nicht so einfach. „Es gibt Schulgeld. Viele arme Familien sind nicht in der Lage, es zu zahlen. Manche haben noch nicht einmal genügend Geld, ihre Kinder zu versorgen. Die leben dann auf der Straße“, sagt der 41-Jährige.
Deshalb sammelt der Teilzeit-Musiker unermüdlich Geld für ein neues Schulgebäude. 50.000 Euro werden gebraucht, davon muss er 12.500 Euro aus Spenden zusammenbekommen. Das ist die Bedingung, damit das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ihn unterstützt.
Allein bekommt Laryea, der auch als Aushilfsgepäckträger am Flughafen arbeitet, das Geld nicht zusammen. Also hat er den gemeinnützigen Verein Victorian gegründet – und hofft auf Spenden.
Derweil sind in Afrika seine „Mitstreiter“ nicht untätig. Laryea: „Wir haben bereits ein Grundstück gefunden. Das Grundgebäude steht ebenfalls schon. Nun fehlen noch die Räume: Klassenzimmer, Küche, Waschgelegenheiten, Toiletten und Schlafsaal. „Es soll auch ein Internat samt Schlafsaal geben. So können Kinder, die von weiter weg kommen, schon am Sonntagabend herkommen und am Montag ausgeruht in den Unterricht gehen“, erklärt Laryea.
In der neuen Schule sollen die Kinder bis zum Abschluss ihrer Ausbildung unterrichtet und versorgt werden, Schutz finden und ein Dach über dem Kopf haben. Für Lehrer und die Versorgung der Kinder sorgt die Kirche und ein gemeinnütziger Verein vor Ort.

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