„Die Kinder sind total verängstigt“

Fühmorgens, kurz vor Schulbeginn. Es wird eng: Zwischen parkenden und wartenden Autos hält ein Radfahrer (r.) sicherheitshalber auf der Straße an und wartet, bis der Bus aus der Gegenrichtiung vorbeigefahren ist. Um nicht auf der engen Straße fahren zu müssen, nutzt ein Kind (l.) lieber den Radweg entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung. Das ist sicherer. Foto: ww

Petershof: Radweg ist schlecht ausgeschildert – es kommt fast täglich zu
gefährlichen Situationen und Pöbeleien mit Fußgängern

Wittenburg/ Istel, Neugraben
Der zehnjährige Gustaf geht seit kurzem aufs Gymnasium Süderelbe und nutzt für seinen täglichen Schulweg von seinem Zuhause am Gannerbarg sein Rad. Bisher ging auch alles gut. Doch gefährliche Situationen in der Straße Petershof sind vorprogrammiert, denn der Radweg auf der nördlichen Gehwegseite ist nicht durchgängig markiert und Hinweisschilder auf Radfahrer fehlen.
Auf der Südseite des Petershofes gibt es entlang des Brunnenschutzgebietes nur einen Bürgersteig. In der Mitte verläuft zwar eine Linie, doch sie markiert keinen Radweg. Kinder bis zehn Jahre können problemlos auf dem Gehweg mit dem Rad fahren. Ältere Kinder und Erwachsene sollten Richtung Gymnasium Süderelbe auf der Straße fahren. Schließlich ist hier eine Tempo-30-Zone.
Doch die Straße ist eng. Parkende Autos und Busverkehr lassen Radlern kaum Platz. Daher nutzen sie lieber den Radweg auf der anderen Straßenseite – auch gegen die vorgeschriebene Fahrtrichtung.
Außerdem ist der Radweg schlecht markiert, hat keine Hinweisschilder auf Radfahrer. Er ist außerdem schmal – besonders, wenn er in beide Richtungen genutzt wird. Dazu laufen oft Fußgänger auf den Radweg oder steigen aus dem Bus aus, ohne sich um die Radfahrer zu kümmern.
„Ich bin ein besorgter Vater von zwei Kindern, die per Rad zur Schule fahren und verunsichert und teilweise sogar verängstigt sind“, sagt Gustafs Vater, Julian Frömberg. „Es herrscht Willkür, und ich erlebe fast täglich Beinahe-Unfälle, Hupkonzerte und Pöbeleien. Ich denke, mit wenigen aussagekräftigen Verkehrsschildern und eindeutigen Markierungen auf dem Boden könnte man hier einfach und günstig Klarheit schaffen.“
Wäre es dann nicht besser, eine Radspur auf der Fahrbahn auszuweisen? Das geht nicht, denn in Tempo-30-Zonen dürfen keine Radwege auf der Fahrbahn eingerichtet werden.
Eine Möglichkeit wäre, den gegenüberliegenden Gehweg entlang des Brunnenschutzgebietes zu verbreitern und auch dort einen Radweg einzurichten. Die Polizei hält dagegen: „Wir haben im Petershof keinerlei Unfalllagen. Deswegen sehen wir keine Notwendigkeit für mehr Präsenz als unsere regelmäßigen Einsätze zur allgemeinen Verkehrsaufsicht“, sagt Gerd Schröder, Leiter für Prävention und Verkehr im Polizeikommissariat 47. 
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