Der Tenor mit der Vogelspinne

Daniel Schliewa hat nicht nur seinen Bachelor in Musik gemacht, sondern ist heute auch ein gefragter Tenor. Seine Noten hat er immer dabei, auch bei einer kurzen Rast am Einkaufszentrum Galleria. Foto: ww

Der 23-jährige Daniel Schliewa ist mit seinem Gesang
auf nationalen und internationalen Bühnen erfolgreich

Wittenburg/ Istel, NeuwIedenthal



„Man sagt ja immer, Tenöre sind die Ostfriesen unter den Musikern und ein wenig bekloppt“, schmunzelt Tenor Daniel Schliewa. „Nicht, das ich den Ostfriesen damit zu nahe treten möchte. Aber wir Tenöre sind wirklich ein wenig speziell.“ Besonders ist der Neuwiedenthaler wirklich: Seit Kindesbeinen singt er, und startet jetzt als Sänger international durch. Seine Kindheit verbrachte der 23-Jährige in Neuwiedenthal, ging hier zur Schule, war danmals schon ein wenig anders als seine Mitschüler. „Ich bin mit Klassik aufgewachsen und wollte als Kind statt in den Kirchenchor lieber zum Casting für den Kinderchor der Hamburger Staatsoper.“
Genauso wie sich Lampenfieber bei Daniel Schliewa heute in gesunden Grenzen hält, ging er als Schüler gelassen an das Auswahlverfahren: „Ich bin ziemlich naiv hingegangen, habe vorgesungen, und alle waren hellauf begeistert. Das habe ich als nichts Besonderes empfunden, hielt es für selbstverständlich. Zwei Wochen später habe ich als neunjähriger Knabe dann schon meine erste Oper gespielt. Das war Carmen.“
Der Neuwiedenthaler Tenor bezeichnet sich als Glückskind. „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht.“ Er tritt nicht nur solo, sondern auch als Teil des Ensembles „Les Grands Chanteurs“ auf. Ihm gehörten ursprünglich Ricardo Marinello (29) und Juan Hurtado-Ramirez (32) an, der kürzlich durch Matthis Koziorowski ersetzt wurde.
Gemeinsame Autritte, das bedeutet erst einmal eine Menge Organisation. „Ricardo beispielsweise wohnt in Düsseldorf, ich hier in Hamburg. Wir sind über elektronische Medien in Kontakt. Einen Tag vorm Konzert treffen wir uns zum Proben.“
Wenn Daniel Schliewa unterwegs ist, braucht er sich keine großen Gedanken um seine Haustiere zu machen. „Ich habe zwei Vogelspinnen. Wenn ich auf Tour bin, können sie allein zu Hause bleiben.“
Wie lernt er fremdsprachige Texte? „Ich habe einmal eine tschechische Oper gesungen, obwohl ich nicht ein Wort Tschechisch kann. Aber ich habe Freunde aus der Slowakei. Die dortige Sprache ist dem Tschechischen ähnlich. Meine Freunde haben mir den Operntext Wort für Wort übersetzt und jede Silbe in Lautsprache über den Text geschrieben. Ich musste ja wissen, was ich singe.“
Den Namen des Trios erklärt Daniel Schliewa so: „Es gibt viele Tenöre mit englischen, italienischen und deutschen Namen. Was es nach unserer Recherche noch nicht gab, das war die französische Bezeichnung für Sänger, Chanteur. Wir wollen uns auch nicht auf Tenöre festlegen. Wer weiß, vielleicht
haben wir später einmal eine Sopranistin dabei.“
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