Der Kranz vor den Denkmälern ist weg

Am Volkstrauertag wurde ein Kranz vor den Denkmälern an der Michaeliskirche niedergelegt. Nur ein paar Wochen später war er weg. Foto: wit

Ein Gebinde zum Gedenken an die Kriegstoten lag nur ein paar Wochen vor der Neugrabener Michaeliskirche

Karin Istel, Neugraben

Am Volkstrauertag wurde vor den drei Denkmälern an der Michaeliskirche, Cuxhavener Straße 323, feierlich ein Kranz zum Gedenken an die Gefallenen niedergelegt. Doch ein paar Wochen später war der Kranz verschwunden. Wurde er gestohlen?
Zweimal in der Woche, wenn Bärbel Steinke zum Sport radelt, kommt sie an der Michaeliskirche vorbei. Nach dem Volkstrauertag, der in der evangelischen Kirche zwei Wochen vor dem ersten Advent begangen wird, lag an den Denkmälern ein Kranz. Es wurde der Gefallenen der Kriege seit dem Jahr 1848 sowie der zivilen Opfer des Zweiten Weltkrieges gedacht.
Doch nach ein paar Wochen, als Bärbel Steinke wieder einmal am Denkmal vorbeifuhr, traute sie ihren Augen nicht: Der Kranz war weg. Ein böser Verdacht keimte in ihr: Hatten Unbekannte das Gebinde geklaut?

Denn es war nicht das erste Mal, dass das Gebinde nach ein paar Wochen spurlos verschwunden war. „Auch im vergangenen Jahr war der Kranz ungefähr zur gleichen Zeit verschwunden“, erinnert sich die Neugrabenerin.
Christoffer Sach, Pastor an der Michaeliskirche, bringt Licht ins Dunkel: „Der Kranz wurde ordnungsgemäß und würdig vom Küster entsorgt.“ Der Gebinde wurde also nicht von Unbekannten geklaut, sondern war schlichtweg nicht mehr so ansehnlich und wurde auf Wunsch des Pastors entfernt. Da wundert es auch nicht, dass der Kranz im vorherigen Jahr in etwa zur selben Zeit verschwand: Auch dieser war verrottet wurde entsorgt.

Geschichte des Denkmals
Den Kern der Anlage bildet ein Kriegerdenkmal, das der örtliche Kriegerverein in repräsentativer Lage bei der kurz zuvor erbauten Kirche errichtete. Im Jahre 1913, am Vorabend des Ersten Weltkrieges, ehrte das Denkmal die Gefallenen seit der Schleswig-Holsteinischen Erhebung 1848. Nach dem Ers-ten Weltkrieg entstand die konkave Mauer aus Feldsteinen, die der Toten dieses Krieges gedachte. Wie üblich wurde diese Anlage nach dem Zweiten Weltkrieg durch zusätzliche Elemente ergänzt, hier zwei schlichte Steine mit Inschriften, die allerdings nicht mehr die Namen der Gefallenen verzeichnen, dafür aber das Gedenken auf die zivilen Kriegsopfer ausdehnen. Quelle: Kulturbehörde
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