Das Warten auf die Kita geht weiter

Der Kita-Entwurf von Peter Krebs wird nicht umgesetzt. Grafik: Architekturbüro Krebs

Neubaugebiet Vogelkamp: Bau der Kindertagesstätte
verzögert sich – auch provisorische Lösung nicht in Sicht

Andreas Göhring, Neugraben

Für das Vertrauen der Bürger in Politik und Verwaltung ist es ein Dämpfer: Der Bau des für die Integration so wichtigen Kindergartens neben dem Flüchtlingsdorf im Neubaugebiet Vogelkamp verzögert sich. Jetzt hat die Bürgerinitiative Neugraben-Fischbek (ehemals: „NEIN! zur Politik, JA zur Hilfe“) in einem offenen Brief an Sozialsenatorin Melanie Leonhard ihrem Ärger Luft gemacht. Inzwischen soll die Senatorin reagiert haben und an einer schnellen Lösung arbeiten.
Schon im Architektenwettbewerb von Vogelkamp-Entwickler IBA Hamburg GmbH lief nicht alles ganz rund. Es gab keinen klaren Sieger, die Jury vergab statt dessen zwei zweite Plätze. Kita-Träger DRK Harburg entschied sich für den eigenwilligen Entwurf des Architekturbüros von Peter Krebs aus Karlsruhe. Damit begann der Ärger.
„Herr Krebs lag bei seinen Honorarforderungen im oberen Bereich dessen, was die Gebührenordnung für Architekten zulässt. Das an sich ist für das DRK schon unüblich. Hinzu kam, dass das Büro Krebs aus unserer Sicht ungewöhnlich viele weitere Fachplaner auf unsere Kosten beauftragen wollte“, erläutert DRK-Geschäftsführer Harald Krüger.
Auch das Angebot des DRK, seine Pläne durch einen ortsansässigen Architekten verwirklichen zu lassen – was nach den Ausschreibungsbedingungen eigentlich möglich ist – lehnte das Büro Krebs ab. Da zog Krüger die Notbremse.
Das Problem: Selbst ein Provisorium mit Containern kam bislang nicht zustande. „Es ist kaum noch zu erklären, dass es nicht möglich ist, in Neugraben-Fischbek einige Container auf einem geeigneten Platz aufzustellen, um wenigstens eine provisorische Betreuung der Kinder zu gewährleisten“, heißt es in dem offenen Brief der Bürgerinitiative.
Die letzte Kita im Stadtteil sei 2012 eröffnet worden. Seitdem seien mehr als 700 neue Einwohner in ihre Häuser und Wohnungen in den Neubaugebieten von Neugraben-Fischbek eingezogen. In drei neu entstandenen öffentlich-rechtlichen Folgeunterkünften wohnten bereits weit über 100 betreuungsbedürftige Kinder von Flüchtlingen.
Bereits Anfang 2015 habe sich die IBA damit beschäftigt, einen Standort für eine provisorische Kita zu suchen. Seither seien zwei Jahre vergangen, es gebe aber nur 30 neue Kita-Plätze.


Kita-Träger DRK
Wie geht’s weiter bei der Kita im Vogelkamp? DRK-Geschäftsführer Harald Krüger nimmt Stellung: „Derzeit verhandeln wir mit dem anderen Zweitplatzierten, Wörmann Architekten aus Ostbevern. Sollten wir uns einig werden, wonach es derzeit aussieht, könnte nach den erforderlichen Planungsarbeiten im Sommer der Bauantrag gestellt werden. Spätestens nach der Frostperiode des nächsten Winters könnte der Bau dann beginnen, der 12 bis 14 Monate Bauzeit haben wird.
Sollte es keine weiteren Verzögerungen geben, gehen wir derzeit von einer Eröffnung der Kita – so früh wie möglich – im ersten Halbjahr 2019 aus.
Das Volumen der Kita und damit die voraussichtlichen Baukosten stehen noch nicht fest und werden erst nach Vorlage der neuen Bauplanung bekannt sein. Insgesamt wird die Maßnahme aber bei etwa 3 bis 3,5 Millionen Euro liegen. Bezahlt werden Grundstück (das schon von der Hansestadt gekauft worden ist), der von der Stadt geforderte Architektenwettbewerb, das Honorar des Architekten und der Fachplaner sowie der Bau selbst vom DRK Harburg.“

Das DRK plant eine Kita für 150 Kinder mit dem konzeptionellen Schwerpunkt Mathematik und Musik. Ebenfalls an diesem Standort untergebracht werden soll ein neues Eltern-Kind-Zentrum.
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