„Beim Ehrenamt im DUCKDALBEN über sich hinauswachsen.“

Paula, ehrenamtlich im international seamen´s Club DUCKDALBEN mit Seeleuten
 
Katharina Fegebank, Zweite Bürgermeisterin der Stadt Hamburg und Fan des DUCKDALBEN
Hamburg: Duckdalben |

Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank ehrte ehrenamtliche Mitarbeiterin des Seemannnsclubs

"Ich habe damals selbst auch überlegt, im Seemannsclub Duckdalben ehrenamtlich zu arbeiten“, bekannte Hamburgs Zweiten Bürgermeisterin Katharina Fegebank, als sie bei der diesjährigen Aktivoli-Freiwilligenbörse in der Handelskammer junge Menschen für ihr ehrenamtliches Engagement ehrte. Eine davon: Paula Zoe Barner (17), Schülerin aus Seevetal. Sie ist die bei weitem jüngste ehrenamtliche Mitarbeiterin im international seamen´s club DUCKDALEBN, der in Hamburg-Waltershof Seeleuten aus aller Welt eine „Heimat auf Zeit“ bietet. Hier ist sie im Team seit Herbst 2015.

Jan Oltmanns/Anke Wibel, Leitung DUCKDALBEN: „Die Aufgaben von Paula liegen hauptsächlich im Service, in der Organisation des Fahrdienstes sowie bei der Betreuung von Seeleuten. Paula versteht es sehr gut, mit den durchschnittlich 100 Besuchern, Seeleuten, Mitarbeitenden der Hafenwirtschaft und Gästen aus bis zu 26 Ländern pro Tag umzugehen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sie als ehrenamtliche Mitarbeiterin oft nach Tagen und Wochen die erste Frau ist, denen die Seemänner begegnen. Feinfühlig findet sie immer das Gleichgewicht an zugewandter Offenheit und erforderlicher freundlicher Abgrenzung.“
Im Gespräch erläutert Paula, wie es zum Engagement im DUCKDALBEN kam, was ihre Aufgaben hier sind und welche Bedeutung das Ehrenamt für Sie hat – und für andere in ihrem Alter haben kann.

Seit wann bist Du im DUCKDALBEN engagiert?
Ich bin im Club seit 19.10.2015, davor absolvierte ich ein zweiwöchiges Schulpraktikum.

Wie ist die Zusammenarbeit mit anderen ehrenamtlichen Kollegen/Innen, die meist älter sind?
Die Zusammenarbeit ist sehr gut. Wir arbeiten miteinander, lernen voneinander und helfen uns gegenseitig. Gerade von Älteren lernt man viel, dank ihrer Lebenserfahrung. Und ich höre auch gerne Geschichten von damals, weil viele der Älteren selbst zur See gefahren sind oder den Club lange kennen.

Wie bist Du zur ehrenamtlichen Arbeit gekommen?
Meine Mutter hat vor 27 Jahren ihr freiwilliges soziales Jahr im Duckdalben gemacht, außerdem ist mein Onkel im Club ehrenamtlich aktiv. Während meines Praktikums hat mir die Arbeit mit den Seeleuten großen Spaß gemacht, so dass ich mich schnell entschlossen habe, ehrenamtlich weiterzumachen.

Wo ist Dein Schwerpunkt im Club, was ist Dein Ziel?
Ich möchte Seeleuten in der Fremde ein Stück Heimat schenken. Das gelingt bei der Betreuung und Unterstützung der Seeleute, bei der Arbeit am Tresen, im Shop, im gesamten Club. Und auch, wenn es darum geht, dass die Seeleute mit den ebenfalls von Ehrenamtlichen gesteuerten Shuttle-Bussen vom Terminal zum Club abgeholt und zurückgebracht werden.

Warum ist für Dich ehrenamtliche Arbeit wichtig?
Es ist – abgesehen von der super Abwechslung zur Schule - eine gute Möglichkeit, neue Leute, Kollegen wie auch Seeleute aus aller Welt und Landratten aller Art, kennenzulernen. Ich merke in jedem Dienst: Wenn du etwas gibst - kriegst du etwas zurück.

Was machst Du sonst? Wie gelingt die zeitliche Koordination?
Neben der Schule habe ich Hobbies wie Klettern, Reiten, Orchester. Die zeitliche Abstimmung ist nicht immer einfach. Aber es darf ja auch nicht langweilig werden. Ich muss Prioritäten setzen. Dabei steht der Club, in dem ich hauptsächlich an den Wochenenden bin, ja mit ganz oben! Er ist sehr wichtig für mich. Ich habe ihn schon beim Praktikum sehr in mein Herz geschlossen.

Wo ist die Verbindung zum Thema Seefahrt?
Ich liebe den Hafen mit den Schiffen. Ich habe im Club die Möglichkeit, viel näher dran zu sein. Seeschifffahrt ist wichtig, im Alltag von jedem: ohne sie könnte ich nicht meine Orange im Winter essen.

Was rätst Du anderen in Deinem Alter, um ehrenamtliche Arbeit zu machen?
Ich sage ihnen: „Ihr habt Spaß, Abwechslung zur Schule - und zugleich könnt Ihr bei einer ehrenamtlichen Arbeit neue Erfahrungen sammeln. Ein Ehrenamt im Duckdalben bietet viele Möglichkeiten. Für jeden ist etwas dabei – und man kann immer wieder über sich selbst hinauswachsen.“

Anke Wibel und Jan Oltmanns, in der Begründung der Nominierung: „Paula bringt sich als bei weitem jüngste, auf eine so lebendige Weise in ein großes Ehrenamtlichen-Team ein und hat sich den tiefen Respekt der zumeist älteren Herren verschafft. Sie hat sich in die besondere Lebens- und Arbeitswelt der Seeleute eingefühlt und ist in der Lage selbst bei schwierigen Situationen und großen kulturellen Unterschieden die Würde des Gegenübers zu wahren, freundlich zu bleiben, aber auch Grenzen aufzuzeigen. Dies in einer für beide Seiten fremden Sprache (Englisch) zu schaffen, macht ihr Handeln noch erwähnenswerter. Weiterhin kann sie ihr Handeln und das Handeln anderer reflektieren und kritisch hinterfragen, um möglichen Vorurteilen vorzubeugen.

Durch ihre lebhafte, humorvolle und zugewandte Art ist sie anscheinend „mühelos“ in der Lage, aufkommende Konflikte zu entschärfen und eine für alle akzeptable Lösung herbei zu führen. Ebenfalls herausragend ist ihre Fähigkeit im laufenden und oft hektischen Betrieb, in einem Team von 7-10 Personen, die überwiegend sehr viel älter sind, die unterschiedlichsten Aufgaben zu übernehmen, aber auch zu delegieren. Trotz ihrer Jugend hat sie einen Blick für das Wesentliche. Sie versteht es im Team selbst in Stresssituationen so zu kommunizieren das der Inhalt vermittelt wird und der Ton angemessen ist, beziehungsweise sich die Situation entspannt. In einem Satz zusammengefasst: Paula ist eine junge Frau, die ausstrahlt, dass ein Fremder ein Freund ist, den man nur noch nicht kennt. Es ist eine große Freude sie im Team zu haben und mit ihr zusammen arbeiten zu dürfen.“
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