Auf der Jagd nach Abfall

Während Dorothea schon den Eimer für den Müll bereit hält, den Nadja und Gabriela einsammeln (v.l.), schauen Tim (r.) und Betreuerin Kornelia vom Weg aus zu. Foto: pr

Im Projekt „Auf Achse“ sammeln Ehrenamtliche aus der
Tagesstätte An der Falkenbek alle 14 Tage Müll

Wittenburg/ Istel, Neugraben
Am Anfang ziehen sich die Beschäftigten der „Tagesstätte Falkenbek“ ihre Sicherheits-westen mit Namensschildchen an und befüllen den orangenen Handwagen. Es geht „Auf Achse“ zum Müllsammeln auf den Gehwegen von Neugraben und Neuwiedenthal.
Ausgestattet mit Papiergreifern, Besen und Müllbeuteln macht sich von den insgesamt 28 Erwachsenen mit komplexen Behinderungen, die in der Tagesstätte arbeiten, eine Gruppe auf den Weg. „Alle 14 Tage ziehen vier bis zehn unserer Beschäftigten mit vier Betreuerinnen zum Mehrgenerationenspielplatz beim Jugendcafé Neuwiedenthal. Bereits auf dem Weg dorthin sammeln sie fleißig Müll und Unrat“, sagt Marcus Wilhelmi (43), Initiator des Projekts „Auf Achse“ und stellvertretender Leiter der „Tagesstätte Falkenbek“.
Schon während des Weges an der Bahnlinie entlang nach Neuwiedenthal finden die Ehrenamtlichen Plastikbecher und Brotpapier. Auf dem Mehrgenerationenspielplatz am Rehrstieg gibt Tim bei jedem gefundenen Becher ein lautstarkes, erfreutes „Ja!“ von sich und befördert es in den Müllsack.
Etwas weiter hinten hat es Jacqueline mit einer etwas widerspenstigen Zigarettenschachtel zu tun – aber sie gewinnt den „Kampf“ und schmeißt die Schachtel ebenfalls in den Müllbeutel. „Mit unserer neu gestarteten Aktion ,Auf Achse‘ möchten wir raus aus der Tagesstätte, rein in die Natur und Präsenz im Stadtteil zeigen“, so Marcus Wilhelmi.
Eine gute Aktion, aber warum kümmert sich nicht die Stadtreinigung um den Müll? „Die Putzinitative säubert Wege und Bereiche, bei denen die Stadtreinigung Hamburg nicht für die Reinigung zuständig ist“, sagt deren Sprecher Reinhard Fiedler.  Die Anlieger seien dafür zuständig. Für die Müllsammler hat Fiedler nur lobende Worte: „Alle Beteiligten engagieren sich gern, freiwillig und unentgeltlich für die Sauberkeit der Stadt. Ein solches vorbildliches Engagement ist es wert, ausdrücklich gelobt zu werden.“ Wer aus dem Stadtteil mitmachen möchte, ist willkommen.
Die Tagesstätte Falkenbek ist eine von zehn Einrichtungen der Organisation „Leben mit Behinderung in Hamburg“. In der „Tagesstätte Falkenbek“ erhalten Menschen mit einer geistigen Behinderung, starken Bewegungseinschränkungen oder mehrfacher Behinderung individuelle Arbeitsangebote.
❱❱ Auf Achse
Treffpunkt für den nächsten Einsatz: Mittwoch,
20. September, 9.30 Uhr,
Neuwiedenthaler Straße 2a
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