„Abschleppfalle“ vor der Umweltbehörde

An der Neuenfelder Straße, direkt vor der Umweltbehörde, befinden sich zwei Parkplätze sowie eine Ladestation für E-Autos. Hier abgestellte „normale“ Pkw werden zügig abgeschleppt. Foto: PR

Sonderstellplatz für E-Autos an der Neuenfelder Straße ist nur schwer zu erkennen

Olaf Zimmermann, Wilhelmsburg

Falschparken kann teuer werden – besonders, wenn ein Wagen mit klassischem Verbrennungsmotor auf einer Sonderstellfläche für Elektroautos abgestellt wird. Wie regelmäßig an der Neuenfelder Straße 19, direkt vor der Umweltbehörde.
Seit Januar befinden sich dort eine Ladestation sowie zwei E-Parkplätze. „Der zweite E-Parkplatz ist sehr schlecht zu erkennen. Nur kleine Pfeile weisen darauf hin“, erzählt Anwohnerin Waltraud Stender. „Viele bekommen das nicht mit, parken dort und wundern sich, dass ihr Wagen abgeschleppt wurde. Das hat schon Tränen gegeben. Für mich ist das reine Abzockerei!“
Vom Bezirksamt wird der Sachverhalt anders beurteilt. „Die Beschilderung ist eindeutig“, teilt Sprecherin Sorina Weiland mit. Aus der Innenbehörde heißt es: „Die Beschilderung entspricht genau den Vorgaben.“
Werden Falschparker hier wirklich sofort abgeschleppt? „Wer sein Kraftfahrzeug mit einem herkömmlichen Antrieb auf einer Sonderparkflächen für E-Kfz unzulässigerweise parkt, muss damit rechnen, dass sein Fahrzeug beiseitegeräumt wird, um die Parkfläche für die bevorrechtigten Elektrofahrzeuge wieder frei zu machen. Abschleppen kostet dort rund 225 Euro. Außerdem kann ein Verwarnungs-/Bußgeld erhoben werden“, erklärt Frank Reschreiter, Sprecher der Innenbehörde.
So ganz überzeugt von der aktuellen Beschilderung scheint man in der Innenbehörde aber nicht zu sein. Frank Reschreiter: „Damit Funktion und Begrenzung der Sonderparkfläche noch deutlicher werden, wird Stromnetz Hamburg nach und nach alle Parkflächen für E-Kfz blau einfärben und mit dem Poktogramm ‘E-Kfz’ ausstatten.“
Inzwischen befasst sich auch die Wilhelmsburger SPD mit dem Thema. „Es darf nicht sein, dass eine fehlende Fahrbahnmarkierung vor der E-Ladestation der Umweltbehörde zur ‘Abschleppfalle’ für Autofahrer wird. Hier muss so schnell wie möglich eine deutlich sichtbare Fahrbahnmarkierung für Klarheit sorgen“, fordert die Bezirksabgeordnete Kesbana Klein (SPD).



E-Autos: So parken Sie richtig


Wie erkennt man einen
E-Mobil Parkplatz?

Einen Sonderparkplatz für Elektrofahrzeuge erkennt man an der Beschilderung
Wer darf hier parken?
Für die Nutzung eines
E-Mobil-Parkplatzes wird ein E-Kennzeichen für Elektro-fahrzeuge benötigt. Dieses gibt es bei der Zulassungsbehörde.
Wie lange darf man dort parken? Die Parkdauer ist während der angegebenen Bewirtschaftungszeit grundsätzlich auf zwei Stunden begrenzt. Nur so kann es einer Vielzahl an Fahrzeugen ermöglicht werden, die Ladesäule zu nutzen. Außerhalb der Bewirtschaftungszeit dürfen Elektrofahrzeuge hier zeitlich unbegrenzt parken.
Dürfen „normale“ Fahrzeuge mit Verbrennungs-
motor den Parkplatz nutzen?
Nein, zu keiner Zeit. Es drohen dann ein Abschleppen des Fahrzeugs sowie ein Verwarnungsgeld.
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1 Kommentar
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Martin L aus Elstorf | 16.06.2017 | 09:09  
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