Abschiede und Premieren beim Süderelbeempfang

Der Regionalbeauftrage für Süderelbe Achim Gerdts (re.) verabschiedet Probst Jürgen Bollmann mit einem Korb voller Delikatessen und einem Blumenstrauß. Foto: sl
Ein betrunkenes Schwein namens Jolanthe, die Geschichte von Goethes Faust mit einem neuen Ende und stehende Ovationen – der diesjährige Süderelbe Empfang konnte sich über mangelnde Höhepunkte nicht beklagen. Dabei lagen Premieren und Abschiede an diesem Abend ganz dicht beieinander.

Zum ersten Mal hatte die Verwaltung der Region Süderelbe die zahlreichen Gäste in das frisch eröffnete BGZ in Neugraben eingeladen. Die Festrede hielt Probst Jürgen Bollmann, für den dies der letzte reguläre Arbeitstag war. Er geht nach 35 Jahren als Kirchenmann Ende des Monats in den Ruhestand und sparte nicht mit deutlichen Worten. So hält er es, gerade im Süderelberaum, für eine Katastrophe, dass der Senat Gelder für die Jugendarbeit einsparen will. Und auch die „Posse“ um das Freibad Neugraben hält er den vielen anwesenden Politikern aller Parteien vor: „Dieses kleine Bad ist das wahre Paradies für alle Kinder, deren Eltern kein Geld haben, mit ihnen in den Urlaub zu fahren“, sagt er. „Jedes Jahr gibt es wieder neue Diskussionen um die Finanzierung. In diesem Jahr übernimmt es das Bezirksamt, aber ich frage mich schon seit Jahren, warum Bäderland dafür nicht zuständig ist“, so Probst Bollmann. Angesichts der großen Veränderungen, die für die nächsten Jahre geplant sind, „Stichwort Verkehr und Wohnungsbau – wünsche ich mir dass die Region ein Ort bleibt, von dem niemand vertrieben wird.“

Auch für Pastor Hans A. Gerdts war es nach 17 Jahren das letzte Mal, dass er die Laudatio auf den diesjährigen Preisträger des Süderelbe-Thalers hielt. „Er hat darum gebeten, aus dieser freiwilligen Verpflichtung entlassen zu werden“, erklärte sein Neffe, der Süderelbe-„Kümmerer“ Achim Gerdts mit hörbarem Bedauern. Dementsprechend hielt es auch niemanden mehr auf den Stühlen, als „Hannes“ Gerdts zwei wunderbare Geschichten auf Platt zum Besten gab. Und noch ein Abschied steht an. Die 22 Süderelbe-Thaler, die 1991 eine Bank gespendet hatte, sind alle vergeben. Heinz Okelmann ist der letzte Preisträger dieser Münze, die für besonderes Ehrenamt in der Region verliehen wird.
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