Schultreffen nach 70 Jahren

Ernst Neumüller am 1. Mai 1944, kurz bevor er zum Zug ging. (Foto: pr)

Am 1. Mai 1944 wurden Harburger Schüler nach Tschechien evakuiert  

Karin istel, Heimfeld - Für die drei Teenager Ralf Palatz, Claus Günther und Ernst Neumüller war es ein großes Abenteuer: Am 1. Mai 1944, mitten in den Wirren des Zweiten Weltkriegs, brachen die Schüler der damaligen Oberschule für Jungen in Hamburg Harburg – dem heutigen Friedrich-Ebert-Gymnasium – in die „Kinderlandverschickung“ auf. Heute, 70 Jahre danach, suchen die drei Senioren nach ehemaligen Klassenkameraden und Mitschülern, die mit ihnen verschickt wurden. Sie wollen ein Treffen organisieren.
Wie wurden Sie damals aufs Land geschickt?
Ralf Palatz (82): „Mit dem Zug. Schüler, Lehrer und HJ-Führer (Hitler Jugend-Führer, d. Red.) wurden mit der Deutschen Reichsbahn nach Tschechien evakuiert. Es waren hunderte Kinder im Zug. Wir waren wie die meisten zunächst nahe der polnischen Grenze im damaligen Mährisch-Weißkirchen untergebracht. Heute heißt der Ort auf Tschechisch Hranice.“
Warum wurden Sie damalsnach Tschechien geschickt?
Ralf Palatz: „Wir sollten raus aus den Kriegswirren.“
Wie und wo lebten Sie?
Claus Günther (83): „Wir waren in der dortigen Landwirtschaftlichen Fachschule untergebracht. Wir hatten Schule, Freizeit und Dienst. Die HJ-Führer haben uns gedrillt für die Zeit nach dem Krieg.“
Blieben Sie bis Kriegsende?
Ernst Neumüller (82): „Als die sowjetische Front näher rückte, flohen wir im Dezember 1944 nach Jermer, dann weiter ins Kloster Windberg in Niederbayern. Dort erlebten wir das Kriegsende.“
Wie kamen Sie nach Kriegs-ende am 8. Mai 1945 wieder nach Hamburg?
Claus Günther: „Wir wurden mit dem Bus abgeholt. Die Schienen waren ja alle zerstört. Aber erst im August, vorher hatte die Schulbehörde keinen fahrtüchtigen Bus. Die Rück-fahrt dauerte drei Tage.“
Jetzt planen Sie ein Wiedersehen?
Ralf Palatz: „Ja! 70 Jahre nach unserem Aufbruch in die Kinderlandverschickung. Wer war aus unserer Schule mit dabei am 1.Mai 1944? Neben unserer Klasse 2b – unser damaliger Lehrer war Hermann Heidkämper – suchen wir auch andere Harburger Kinder, beispielsweise die Mädchen aus dem Lyceum. Wir möchten uns nochmals mit ihnen treffen. Wer kommen mag, sollte zuvor bei mir unter Tel. 76 41 13 30 anrufen. “

Treffen:
Mittwoch, 30. April
Restaurant GastHuus, Schwarzenbergstraße 80
ab 15 Uhr
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