Rückblick 2015: Flüchtlinge: Behörden nicht mehr Herr der Lage?

Oktober in Harburg: Im früheren Postgebäude am Neuländer Platz schlafen die Flüchtlinge teilweise in den Gängen. Es ist einfach kein Platz mehr. Einige Schutzsuchende übernachten im benachbarten Parkhaus. (Foto: andré lenthe)

Menschen mussten im Parkhaus oder im Freien übernachten - Neue Unterkunft
im Ex-Fegro-Großmarkt - Siedler Wetternstraße fühlen sich im Stich gelassen

Olaf Zimmermann, Harburg – In Hamburg eintreffende Flüchtlinge kommen erst einmal nach Harburg, in die Erstaufnahmestelle Harburger Poststraße. Dort spielten sich dramatische Szenen ab. Alle Plätze waren belegt, aber stündlich erreichten weitere Hilfesuchende die überfüllte Erstaufnahme. Hunderte mussten im angrenzenden Parkhaus oder unter Brücken übernachten. Nicht zuletzt dank des großes Eingagements einiger Harburger gab es vor Ort Essen, Getränke und warme Kleidung.
Um den Flüchtlingen ein Dach über dem Kopf zu bieten, wurde im ehemaligen Fegro-Großmarkt an der Schlachthofstraße eine Notaufnahme eingerichtet. Sogar im Altbau der Asklepios Klinik Harburg wurden 90 von ihnen einquartiert.
Viele Harburger engagieren sich für Geflüchtete, etwa im
Café refugio, in der DRK Kleiderkammer oder in der Flüchtlingshilfe Binnenhafen.
Die 120 Bewohner der Siedlung Wetternstraße haben mit der Situation zu kämpfen: In einem Radius von 650 Metern um sie herum leben über 3.000 Flüchtlinge. „Was ist uns nicht schon alles versprochen, aber nicht gehalten worden“, stellte Iwona Mazurkiewicz von der Anwohnerinitiative resigniert fest. Die Initiative hat sich stets für ein friedliches Miteinander mit ihren Nachbarn eingesetzt.
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