Zoff um Schutz für Radfahrer

Die S-Bahnunterführung Othmarschen ist Teil der geplanten Nord-Süd-Tangente für Fahrradfahrer.

Rot-Grün und Schwarz-Gelb streiten um teure Anhörung.

Von Jakob Drechsler, Othmarschen.
Mehr als 100 Tage ist Liane Melzer (SPD) inzwischen im Amt. Und in ihrer ersten Zeit hat die neue Bezirksamtsleiterin mehrfach betont, wie wichtig ihr der Ausbau des Altonaer Radwegenetzes ist. Das ehrgeizige Ziel der 60-Jährigen, den fahrradfreundlichsten Bezirk Hamburgs zu schaffen, könnte jetzt noch ein Stückchen näher rücken.
Denn die Bezirkspolitiker treiben vor allem die Umsetzung eines Schutzstreifens als Nord-Süd-Tangente von der Ebertallee in Bahrenfeld bis zur Elbchaussee voran. Einem Antrag von SPD und Grünen, den Streifen im nächsten Schritt bis zur S-Bahnstation Othmarschen zu verlängern, ist die Bezirksversammlung einstimmig gefolgt.
Gehörigen Knatsch gibt es dafür um eine Anhörung für die Bahnunterführung am Beseler Platz. Weil es dort zu eng ist für einen Radstreifen, will Rot-Grün den Schutz für Radfahrer und Fußgänger noch einmal extra prüfen lassen. Auch dieser Punkt wurde zwar beschlossen, aber ohne die Stimmen von CDU und FDP. Letztere stoßen sich nämlich vor allem daran, dass SPD und Grüne einen eigenen Antrag auf Tempo 30 für genau diesen Bereich zuvor noch abgelehnt hatten - weil er in ihren Augen kein Gefahrenpunkt darstelle.
Eine Anhörung (Audit) führe zu nichts und sei außerdem zu teuer, findet FDP-Verkehrssprecher Ove Rybka. „Ein Sicherheitsaudit macht keine Aussagen zum Was-wäre-wenn“, sagt Rybka, der daher fordert, allein die Einführung eines Tempo-30-Bereichs prüfen zu lassen. „Das wäre kostensparend und effektiv!“ Was eine Anhörung letztlich genau kostet, muss das Bezirksamt jetzt ermitteln.
Übrigens: Altonas Bürger können sich bald unmittelbar am Radwegekonzept beteiligen. Derzeit tüftelt die Verwaltung an einer Internetplattform, auf der entsprechende Ideen gesammelt werden. Die sollen dann wie auch die Ergebnisse aus Experten-Workshops in ein Gesamtkonzept einfließen, das Bezirksversammlung und Öffentlichkeit vorgelegt wird. Abschließend wird dieser Plan noch einmal von einem weiteren öffentlichen Radverkehrs-Workshop erörtert.
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