Zoff um das Zentrum

Das Eidelstedt Center darf nicht auf einer benachbarten Grünfläche erweitern, so will es der Bürgerentscheid von 2012. Doch nun gibt es Sorgen, dass diese Entscheidung nicht mehr lange gilt. (Foto: cv)

Initiative „Grünes Zentrum Eidelstedt“ befürchtet, dass der Bürgerentscheid gekippt wird

Carsten Vitt, Eidelstedt - Das ist ja eine Schlangengrube: Die SPD-Fraktion schreibt einen Antrag zum Eidelstedter Zentrum, und schon hagelt es Vorwürfe. Misstrauen in Eidelstedt: Was ist da los?
In der nächsten Bezirksversammlung soll beschlossen werden, Geld für eine Planungswerkstatt in Eidelstedt bereitzustellen. 30.000 Euro werden beantragt, um das sogenannte Moderationsverfahren zum Eidelstedter Zentrum zu bezahlen. Knapp ein Jahr nach dem Bürgerentscheid gegen die Erweiterung des Eidelstedt Centers auf einer Grünfläche soll ausgelotet werden, wie es weitergeht. So weit, so gut.
Die ehemalige Initiative Grünes Zentrum Eidelstedt argwöhnt: „Wir müssen zur Zeit davon ausgehen, dass die Politiker diese Veranstaltung als Vorwand nutzen wollen, um den Eimsbütteler Bürgerentscheid von 2012 zu kippen“, sagt Horst Becker, ehemalige Vertrauensperson der Initiative. Er fordert vorab ein klares Bekenntnis der Fraktionen zum Ergebnis des Bürgerentscheids. Im Klartext: Keine Erweiterung des Centers auf der Grünfläche. Andernfalls werde sich die Initiative nicht an den Gesprächen beteiligen und droht mit einem weiteren Bürgerbegehren.
Bei den Fraktionen kann man die Aufregung nicht so recht nachvollziehen. „Meine Fraktion wird jetzt keine Diskussion über einzelne Flächen führen. Wir werden den offenen Prozess der Bürgerbeteiligung abwarten, bei dem es nicht nur um eine Erweiterung des Centers geht, sondern um die Entwicklungsperspektiven für das gesamte Zentrum in Eidelstedt“, sagt Rüdiger Rust (SPD). Ähnlich äußert sich Stefanie Könnecke (Grüne). Beide legen sich nicht darauf fest, dass die Grünfläche tabu ist – wie die Initiative fordert.
Lutz Schmidt (FDP) nennt Beckers Worte „hanebüchen“, die Bezirksversammlung schiebe eine ergebnisoffene Bürgerbeteiligung zu Eidelstedts Zentrum an. Auch Frank Döblitz (CDU) verwahrt sich gegen die Vorwürfe, dass die Politik Vorentscheidungen gegen den Bürgerentscheid treffe.
Einzig die Linke stellt sich auf die Seite der Initiative: Die Partei werde „sich mit aller Macht dagegen wehren, den Bürgerentscheid mit Hilfe des Etiketts ,Bürgerbeteiligung’ auszuhebeln, um die politische Niederlage von SPD, Grünen, CDU und FDP nachträglich umzudeuten und umzudrehen“, so Hartmut Obens.
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