Zoff um Bebauungsplan

Die Landwirte in der Osdorfer Feldmark haben Angst um ihre Existenz: Imke Dreessen (Pferdepensionsstall Düpenautal), Claus-Hinrich Groth (Hof Claus-Hinrich Groth), Thomas Winter (Hof Groth KG) und Kay Wortmann (Baumschule Wortmann, v.l.). (Foto: cvs)

Feldmark: Bezirk will Landschaft schützen, Inhaber der Pferdehöfe protestieren

von Ch. v. Savigny, Osdorf - Das Bezirksamt will in der Osdorfer Feldmark einen Bebauungsplan aufstellen. Doch nicht, um zu bauen, sondern um die Landschaft so, wie sie jetzt ist, zu erhalten. Dagegen regt sich der Widerstand. Die Besitzer der drei ansässigen Pferdehöfe machen sich Sorgen um ihre Zukunft: „Im Grunde müssen wir uns jetzt schon überlegen, wie unsere Betriebe in 30 Jahren aussehen sollen – völlig unmöglich“, sagt Imke Dreessen vom Pferdepensionsstall Düpenautal. Die Landwirte sind sauer: „Wir brauchen keinen Bebauungsplan“, sagen sie. Jetzt zeichnet sich ein Kompromiss ab.
Wie berichtet, will der Bezirk für das rund 170 Hektar große Landschaftsschutzgebiet (LSG) zwischen Lurup, Schenefeld und Osdorf einen Bebauungsplan (B-Plan) aufstellen lassen. Allerdings nicht, um dort zu bauen, sondern – im Gegenteil – um die Natur der jahrhundertealten Kulturlandschaft zu schützen. Ein entsprechender Beschluss war vor zwei Jahren von der damaligen CDU-GAL-Koalition in Altona verabschiedet worden. Unterstützung findet das Vorhaben durch den Naturschutzbund NABU: „Die drei Pferdehöfe stellen ein großes Problem dar“, sagt Klaus Berking, Leiter der NABU-Arbeitsgruppe Osdorfer Feldmark.
Innerhalb der letzten Jahre seien ein Polofeld sowie mehrere Reitbahnen und Paddocks (Auslaufflächen) entstanden. „Weitgehend illegal“, behauptet Berking. Laut B-Plan seien jetzt noch einmal drei neue Reithallen in Planung. Mit Umweltschutz habe das wenig zu tun. „Bei so viel Pferdebetrieb wird man von der Grasnarbe bald gar nichts mehr sehen können“, fürchtet Berking.
Nach Angaben der Landwirte ist allerdings nur eine Halle geplant, darüber hinaus eine Überdachung für einen bereits bestehenden Reitplatz. „Der NABU macht ganz gezielt Stimmung gegen uns“, sagt Dreessen. „Ich würde mir eine Versachlichung der Diskussion wünschen.“
Jetzt zeichnet sich ein Kompromiss ab: Im B-Plan werden sogenannte „Baufenster“ für die Landwirte festgelegt. „Diese lassen den Landwirten Entwicklungsmöglichkeiten und bewahren andererseits die Landschaft vor weiterer umfangreicher Bebauung“, so Thomas Adrian (SPD).
Fest steht schon jetzt, dass die Baumschule Wortmann ihre Anbauflächen verlegen muss – offenbar, weil der Einsatz von Dünger und Bioziden in einem LSG nicht erwünscht ist.
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