Wochenmarkt vor dem Aus?

Bärbel Essig hat ihren Gemüsehandel seit 1983 auf dem Rissener Wochenmarkt. Jetzt müssen die Stände weg von der Wedeler Landstraße. Doch wohin? „Ich möchte diese Woche ein Ergebnis von der Behörde hören.“ (Foto: mars)

Berufsfeuerwehr braucht Feuerwehrzufahrt und Stellfläche - jetzt ist die Haspa-Fläche als Marktstandort im Gespräch

Über 15 Jahre war er aus dem Stadtteil nicht wegzudenken: der Wochenmarkt. Bislang konnten die Rissener an den rund sieben Ständen dienstags und sonnabends ihre Einkäufe erledigen. Damit soll jetzt Schluss sein, wenn es nach dem Willen der Berufsfeuerwehr geht. Die Marktstände blockierten die Zufahrt zu dem dahinter liegenden Einkaufszentrum. „Im Ernstfall können wir nicht schnell genug vor Ort sein“, so die Feuerwehr.
Das Schreiben des Bezirksamtes Altona schockierte die Marktbeschicker: Mit Jahresende muss der Markt in Höhe der Wedeler Landstraße 30 verschwinden. Wie viele Marktbeschicker, so fürchtet auch das Ehepaar Bärbel und Herbert Essig jetzt um seine Existenz, sollte es seinen Obst- und Gemüsestand auf dem Rissener Markt dicht machen müssen. Auch die Rissener wollen ihren Markt behalten.
Doch die Berufsfeuerwehr mit Sitz in Osdorf besteht auf die Räumung der Fläche. „Wir müssen so schnell als möglich an den Einsatzort kommen, wenn Menschenleben in Gefahr sind“, so Manfred Stahl. Der Pressesprecher der Berufsfeuerwehr fährt fort: „Dort brauchen wir dann mindestens 25 Quadratmeter, um gegebenenfalls die Drehleiter abzustützen und sicher ausfahren zu können.“
Doch bei Ortskundigen ruft die Argumentation der Berufsfeuerwehr nur Unverständnis hervor: „Die Wedeler Landstraße ist eine Einbahnstraße, schmal, und viele Autos parken dort. Die Berufsfeuerwehr will die Straße von Osten her befahren, also gegen die Fahrtrichtung. Über den „Canyon“ fährt man zwar etwas länger, aber man ist schneller da“, sagt eine ehemalige Rissenerin.
Das kam auch den Politikern zu Ohren. „Die Freiwillige Feuerwehr Rissen soll über die Kollegen der Berufsfeuerwehr gesagt haben: Die kennen die Örtlichkeiten nicht genau“, hat Uwe Szczesny (CDU) gehört.
Aufmerksam auf das angebliche Problem wurde die Berufsfeuerwehr erst durch einen Falschparker:Er hatte gegen den Strafzettel geklagt. Wenn die Marktstände der feuerwehreinfahrt stehen, dürfe er dies auch.
Als zukünftiger Marktplatz ist jetzt die Fläche vor der Haspa im Gespräch. „Ich möchte sie diese Woche ein Ergebnis hören“, so Marktbeschickerin Bärbel Esser.
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