Wo gibt es im Blankeneser Bahnhof eine Toilette?

Auf kleinstem Raum ist alles da: eine Toilette, über der Toielettenpapier, Handwaschbecken und Abfalleinmer (v.l.) zu finden sind. Doch es gibt keine Spülung. Nach der Benutzung klappt die Kloschüssel um 90 Grad hoch, fährt in die Wand und wird gereinigt.

In der grünen Säule auf dem Erik-Blumenfeld-Platz ist eine Toilette verborgen - und sie hat ein Geheimnis

Wer im Bahnhof Blankenese von einem dringenden Bedürfnis geplagt wird, findet trotz der zahlreichen Läden im gesamten weitläufigen Bahnhofsgebäude keine Toilette. Die Lösung: Man muss aus dem Gebäude Richtung Erik-Blumenfeld-Platz hinaus gehen. Dort steht eine große, grüne Säule. Mit ihren Werbeplakaten sieht sie zwar aus wie eine ganz gewöhnliche Litfaßsäule, doch in ihrem Innern ist eine vollautomatische Toilette verborgen. Deren Nutzung ist mit mancherlei Überraschungen verbunden.
Wer vor der grünen, runden Toilette steht, sucht erst einmal einen Griff, um die Tür aufzumachen. Den gibt es schlichtweg nicht. Sind 50 Cent in den Schlitz rechts neben der Tür eingeworfen, gleitet die Tür automatisch zurück und man die kleine Kabine betreten. Steht man in der Kabine, registrieren das Sensoren im Fußboden. Ist das Gewicht schwerer als 25 Kilo, fährt die Tür fährt auf ihrer Schiene wieder zurück und schließt. So können sich Kinder unter zehn Jahren nicht versehentlich einschließen.
Auch Erwachsene brauchen keine Angst zu haben, nach der Toilettenbenutzung im Klo gefangen zu bleiben. „Im Normalfall braucht man den Griff ja nur leicht anzufassen, und die Tür öffnet automatisch. In jedem Fall öffnet die Tür nach einer halben Stunde automatisch. Sollte der Strom ausfallen, kann man die Tür am Griff aufschieben“, erklärt ein freundlicher Mitarbeiter von JCDecaux. Die Firma betreibt die modernen Toiletten.
Der kleine Toilettenraum mit dem ockerfarbenen Fußboden ist mit allem Nötigen ausgestattet – außer mit einer Toilettenspülung. Hat man sich wieder präsentabel hergerichtet, tritt man mit frisch gewaschenen Händen, aber einem schlechten Gewissen und der bangen Frage „Was denkt wohl der nächste Nutzer?“ auf den Platz hinaus. Die Tür schließt sich, das „Besetzt“-Zeichen wandelt sich in ein „Frei“-Zeichen –und aus dem Inneren der Säule sind ungewöhnliche Geräusche hörbar.
Das Geheimnis, was hinter der geschlossenen Tür vorgeht, lüftet der Mitarbeiter der Betreiberfirma. Er entriegelt die Tür, und man sieht, wie die Toilettenschüssel um 90 Grad hoch klappt und halb in der Wand verschwindet. Dort wird sie geleert und umfassend gereinigt. Derweilen fließt Wasser aus drei Düsen über den leicht nach hinten geneigten Fußboden und säubert diesen. Anschließend wird der Boden trocken gefönt. Die Toilette kann wieder genutzt werden.
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