Wird der Weiße Riese abgerissen?

Schön? Hässlich? Auf jeden Fall auffällig. Das Verwaltungsgebäude der Euler Hermes Kreditversicherung wurde vom Architekten Titus Felixmüller entworfen. 1977 wurde der Bau begonnen, 1981 beendet. Nun wird eine ausführliche Sanierung nötig. Die wird teuer - so teuer, dass der Abriss eine Alternative wäre. (Foto: ch)

Euler Hermes denkt daran, Altonas höchstes Gebäude zu verkaufen

Christiane Handke - Ottensen/Bahrenfeld - Das Verwaltungsgebäude der Euler Hermes Kreditversicherung an der Ecke Friedensallee und Bahrenfelder Kirchenweg ist mit knapp 86 Metern und 23 Geschossen das höchste Gebäude im Bezirk Altona und das achthöchste in Hamburg. Wird es demnächst abgerissen werden?
Fakt ist: Das ab 1977 gebaute und 1981 bezogene Büro-Hochhaus ist in die Jahre gekommen. Zwar sieht das strahlend weiße Haus mit den langen Fensterreihen von außen immer noch aus wie neu - aber die Fassade ist so wenig gedämmt, wie das vor über 30 Jahren üblich war, Einrichtung und Technik sind veraltet, die Betriebskosten enorm: Sie sollen pro Monat pro Quadratmeter um die 13 Euro betragen.
Deswegen habe Euler Hermes, so Rolf Peters von der Pressestelle des Unternehmens, begonnen über die Zukunft des Gebäudes nachzudenken. „Wir müssen uns langsam mit der Frage der Renovierung und Sanierung beschäftigen. Dabei überlegen wir in alle Richtungen, haben auch im Altonaer Bauamt nachgefragt. Dabei standen unter anderem Verkauf und Abriss zur Debatte.“ Pressesprecherin Sabine Enseleit bestätigt und erklärt weiter: „Wir werden uns für das Vernünftigste und Kostengünstigste entscheiden.“ Konkret sei allerdings nichts geplant. Das sei ein Gerücht, so Peters.
Nur ein Gerücht? Dagegen spricht, dass die Investoren-Landschaft wegen des Hermeshauses schon in Bewegung geraten ist. Es gibt mindestens einen großen internationale Projekt-Entwickler, der derzeit in Altona Erkundigungen einzieht, was nach einem Abriss des Hermeshauses an dieser Stelle möglich wäre.
Vorstellbar ist, dass Euler Hermes die Fläche räumt, eine neue Zentrale baut und dorthin umzieht. Um die Ecke an der Gasstraße gehören dem Unternehmen weitere Grundstücke; dort stehen ohnehin schon Firmengebäude, es ist Platz für weitere. Dann stünde an der Ecke Friedensallee /Bahrenfelder Kirchenweg ein Riesengelände für dringend benötigten Wohnungsbau bereit: Das Euler-Hermes-Grundstück und die benachbarte Kolbenschmidt-Fläche, die der Besitzer Rheinmetall verkaufen möchte, umfassen zusammen über 50.000 Quadratmeter.
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