„Wir wollen hier keine Autobahn!“

Wolfgang Zetsche und Wulf Menzel von der Bürgerinitiative "Sülldorfer Kirchenweg" wehren sich gegen den geplanten Ausbau der Verbindungsstraße zwischen Sülldorf und Blankenese.

Bürgerinitiative macht gegen den geplanten Ausbau des Sülldorfer Kirchenweges mobil

Blankenese - Autos rasen den Sülldorfer Kirchenweg entlang. Wer als Fußgänger die Straße überqueren möchte, kann das nur mit einem Zwischenstopp auf den neu eingerichteten Verkehrsinseln zwischen den Fahrbahnen. Dieses Szenario befürchten die Anwohner, wenn das Bezirksamt Altona seine Pläne umsetzt und die Straße ausbaut.
„Wir wollen nicht, dass der Sülldorfer Kirchenweg zur Rennstrecke wird. Eine verbreiterte Straße lädt zum schnelleren Fahren ein, denn sie ist weiter einsehbar. Und es werden mehr Autos als bisher die Straße nutzen“, befürchtet Wolfgang Zetsche. Er gehört der Bürgerinitiative „Sülldorfer Kirchenweg“ an, die sich gegen den Ausbau der Straße wehrt. „Wir wollen den dörflichen Charakter der Straße erhalten. Die Straße soll nur saniert, aber nicht verbreitert werden.“
Heute passen auf der 2,1 Kilometer langen Straße zwischen Blankenese und Sülldorf zwei Autos gerade so aneinander vorbei. Busse können nur fahren, wenn der Gegenverkehr wartet. „Jetzt muss man langsam fahren, weil die Straße nicht einsehbar ist. Das ist auch sicherer für die Schulkinder, die mit dem Rad zur Schule fahren“, so Zetsche.
Derweil nimmt das Bezirksamt Planungen auf, die Straße zu sanieren und dabei zu verbreitern. Pro Seite soll ein zwei Meter breiter Gehweg, eine Fahrspur mit 2,50 Metern und ein Schutzstreifen für Radler mit 1,50 Meter gebaut werden. Das macht eine Gesamtbreite von zwölf Metern. „Dafür müssten wir unsere Vorgärten hergeben“, sagt Wulf Menzel und zeigt auf ein Haus an der Straße. Weißes Absperrband flattert gut drei Meter parallel zur Straße. „Der Vorgarten wäre dann weg.“
Das Bezirksamt sieht das anders. „Die erforderliche Flächen werden teilweise privat genutzt, befinden sich aber bereits im Eigentum der Stadt“, sagt Kers-tin Godenschwege vom Bezirksamt Altona mit Blick auf Pläne aus dem Jahr 1960. Der Rest der benötigten Flächen soll angekauft werden.
Die Anwohner wollen die breite Straße nicht, werden aber dafür in die Tasche greifen müssen. „Ein Teil des Ausbauabschnitts ist noch nicht im Rahmen der Erstmaligen Herstellung abgerechnet“, sagt Godenschwege. Auf deutsch: Einige Anwohner haben noch nicht für den Bau der heutigen Straße gezahlt und werden jetzt zur Kasse gebeten.

Infos:
Podiumsdiskussion
Verkehrspolitische Sprecher von SPD, CDU, GAL; FDP, Die Linken angefragt
Mittwoch, 29. Mai, 19.30 Uhr
Marion-Dönhoff-Gymnasium, Willhöden 74
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1 Kommentar
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Karsten Strasser aus Altona | 24.04.2013 | 07:42  
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