Wieder Ärger für Ikea

Schon wenn vier Autos vor der Ikea-Einfahrt warten, können über 100 Wohnbau-Mieter ihre 100 Stellplätze nicht erreichen. Entlastung könnte eine zusätzliche Erschließung des Möbelhauses über die Altonaer Poststraße bringen. (Foto: wohnbau)

Eigentümer einer benachbarten Wohnanlage möchte Baustopp erreichen - Eilantrag beim Verwaltungsgericht gestellt

- Olaf Zimmermann/ Christiane Handke, Altona - Platzt die für das Frühjahr 2014 geplante Ikea-Eröffnung? Die Wohnbau GmbH, Eigentümerin der angrenzenden Wohnanlage, möchte einen Baustopp erreichen und hat beim Verwaltungsgericht einen entsprechenden Eilantrag gestellt.
Hintergrund: An der Großen Bergstraße entsteht zurzeit das erste Ikea-Haus der Welt, das nicht auf der grünen Wiese oder an der Autobahn liegt, sondern mitten in der Stadt. Gedacht ist es für alle, die kein Auto haben – der Bahnhof ist ein paar Hundert Meter entfernt, Busse halten vor der Tür. In den ersten Wochen nach der Eröffnung - vermutlich sogar noch länger - werden dennoch viele Kunden mit dem Auto kommen.
Die Parkdecks auf dem Dach sollen aber nur 730 Autos Raum bieten. Zum Vergleich: Ikea Moorfleet hat 2.000, Schnelsen 2.200 Parkplätze. Kein Wunder, dass Anwohner ein Verkehrschaos erwarten.
Der Wohnbau GmbH gehört eine Wohnanlage im Lawaetzweg mit 214 Wohnungen, direkt gegenüber von Ikea. Schon bei einem geringen Rückstau vor der Ikea-Zufahrt würden, so die Befürchtung, die beiden Tiefgaragen und die Feuerwehrzufahrt der Wohnanlage blockiert. Wohnbau unterstütze zwar grundsätzlich das Ikea-Projekt, aber „das Gebot der nachbarlichen Rücksichtnahme wird hier grob verletzt“, erklärte Wohnbau-Anwalt Dr. Peter Oberthür.

Kommentar von Kerstin Graupner, Sprecherin der zuständigen Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt: "Die Ausführungen zum befürchteten Rückstau ignorieren sowohl die Verkehrsuntersuchungen aus dem Jahr 2009, die zu den Bauvorlagen gehören, als auch die Stellungnahme vom 5.7.2013."
Beim Verwaltungsgericht Hamburg ist der Wohnbau-Eilantrag eingegangen und hat das Aktenzeichen 9E2814/13 erhalten. „Eine Entscheidung steht nicht unmittelbar bevor, denn der Antrag ist noch nicht begründet“, sagte Dr. Günther Ungerbieler, Vizepräsident des Oberverwaltungsgerichts. Auf der Ikea-Baustelle kann erst einmal weitergearbeitet werden.

Aus Sicht der Wohnbau GmbH ist das Verkehrsproblem ganz einfach zu lösen: durch eine zusätzliche Einfahrt zum Möbelhaus über die Altonaer Poststraße. „Dem stehen wir grundsätzlich positiv gegenüber“, sagt Ikea-Sprecherin Sabine Nold, „jedoch liegt die Entscheidung nicht in unserer Hand, da hierfür private Fläche benötigt würde. Dies müsste die Stadt entscheiden.“



Wohnbau GmbH
Die 1921 gegründete Wohnbau GmbH bewirtschaftet rund 17.000 Wohnungen bundesweit und gehört zu 100 Prozent der gemeinnützigen Stiftung Wohnhilfe, die sich dem Wohle von behinderten und bedürftigen Menschen verschrieben hat. Diese Stiftung unterstützt die Herstellung und Unterhaltung von Wohnungen, Heimen, Unterkünften oder ähnlichen Anlagen.
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