Wie werden Schienen erneuert?

Die Gleise sind schon ausgebaut, wenn der Schnellumbauzug SUZ 500 die neuen Schienen legt. Er bewegt sich auf Kufen fort, die genau in die Halterung für die Schiene passen.

Elbvororte: Das Elbe Wochenblatt war bei Bauarbeiten dabei

Othmarschen
Zwischen Klein Flottbek und Othmarschen werden die bis zu 25 Jahre alten Schienen erneuert. Deshalb fährt auch am Wochenende Freitag, 21. Ok-tober, ab 22 Uhr bis Sonntag, 23. Oktober, Betriebsschluss keine S1 auf dieser Strecke. Doch wie werden Schienen erneuert? Das Elbe Wochenblatt hat sich umgeschaut.
Mobiles Kernstück der Bauarbeiten ist der 400 Meter lange Bauzug. Das gelbe Ungetüm schiebt sich langsam, dafür aber mit einem infernalischen Lärm Meter um Meter vorwärts. Auf beiden Seiten des Zuges sind Arbeiter im Einsatz. Die alten Schienen sind bereits ausgebaut, die neuen liegen zum Einbau neben den Schwellen bereit. Wie kommt der Zug also vorwärts? „Er bewegt sich auf Kufen, wie ein Skifahrer“, erklärt Bahn-Pressesprecher Egbert Meyer-Lovis.
Während der Zug vorwärts kriecht, wird zuerst der Schotter mit einer riesigen Schippe zusammengeschoben und mit Wasser besprüht, bevor er gemeinsam mit neuem Schotter zurück ins Gleisbett fällt. „Auf dieser Strecke verbauen wir 1.400 Tonnen Schotter. Das entspricht 55 Lkw-Ladungen“, gibt Jan Schröder, Betriebsleiter der S-Bahn, einen Überblick.
Als nächstes werden die neuen Schwellen vollautomatisch verlegt. Sie liegen säuberlich nebeneinander aufgereiht auf dem hinteren Teil des Zuges. Kurz vor dem Verlegen wird die gebrauchte Stückzahl der insgesamt 1.825 Schwellen nach vorne transportiert. Kaum ist die alte (Holz-)Schwelle mit einem Greifer angehoben und nach oben gehieft, wird die neue Betonschwelle Millimeter genau auf den Schotter gelegt. Einige der Schwellen sind länger. „Diese Schwellen sind die Stromabnehmer. Sie müssen genau an der richtigen Stelle liegen. Das muss vorab genauestens geplant sein“, so Jan Schröder.
Während die Schwellen gelegt werden, führt die Maschine schon die neue Schiene mit sich. Kaum liegen die Schwellen, senkt sich die Halterung mit der Schiene zu Boden und drückt die Schiene – wieder auf den Millimeter genau - in die Halterung. Dann schraubt ein Arbeiter die Schiene fest. Die Arbeit unter dem Umbauzug ist nicht ganz ungefährlich, denn der Zug bewegt sich vorwärts und ein schwerer Kasten kommt dem Rücken des Bauarbeiters immer näher. „Die Männer sind sehr routiniert. Bislang ist glücklicherweise nichts passiert. Wir achten auf die Sicherheit“, versichert Jan Schröder. 500 Meter Schiene werden so in einer Stunde verlegt.
In die neuen Gleise zwischen Klein Flottbek und Othmarschen sowie die Weichenerneuerung im Bahnhof Altona investiert die Bahn rund 1,6 Millionen Euro.
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