Wie schnell fliegen eigentlich Teilchen?

Arbeiteten acht Wochen als internationales Team bei DESY zusammen: die Nachwuchswissenschaftler Paul, Anne (beide Karlsruhe), Tobias (Wien) und Ric (Lund, v.l.).

Die Nachwuchswissenschaftler Anne, Ric, Tobias und Paul eichten ein Messgerät beim DESY-Sommerstudentenprogramm

- Küther/Istel, Bahrenfeld - Umringt von steil aufragenden Betonwänden zwischen einem überdimensionalen roten Elektromagneten einerseits und einem Messkasten andererseits, steht Paul Schütze. Der 23-Jährige experimentiert acht Wochen lang gemeinsam mit über 100 Nachwuchsphysikern aus 33 Nationen bei DESY (Deutsches Elektronen-Synchrotron) mit Teilchenbeschleunigern zu spannenden Fragen der Physik.
Paul Schütze und Anne Schütz aus Karlsruhe, Tobias Bisanz, ein Österreicher, und Riccard Andersson aus dem schwedischen Lund haben sich eine praxisnahe Aufgabe gestellt: Sie eichen ein neues Messgerät für Teilchen. „Das ist vergleichbar mit einem Thermometer, das keine Skala hat“, erklärt DESY-Sprecher Thomas Zoufal. „Wenn man das Thermometer ins kochende Wasser legt, weiß man, wo die 100 Grad-Marke ist. Legt man es ins Eis, weiß man, wo der Gefrierpunkt ist. Das Thermometer kann man anschließend nehmen und unbekannte Temperaturen messen. Dasselbe machen die Studenten auch: Sie kalibrieren ein Messgerät für zukünftige Versuche, bei denen man die Energie von Teilchen messen kann, die mit unbekannter Energie aus den Beschleunigerexperimenten kommen.“
Die unsichtbaren Teilchen kommen zwar schnell aus dem Beschleuniger, die Experimente dauern aber so ihre Zeit. Bis zu neun Stunden täglich investieren die vier für ihr Projekt. „Manchmal sind es auch zwölf bis 13 Stunden, wenn’s interessant ist“, sagt Tobias und kann ein wenig Stolz nicht verbergen. „Wir haben uns auch schon mal Pizza in den Kontrollraum bestellt“, ergänzt Anne.
Neben ihren Forschungen und den Vorlesungen hatten die vier aber noch genügend Zeit, Hamburg kennen zu lernen. „Wir waren Rudern auf der Alster, am Strand in Oevelgönne und haben Blankenese besucht“, zählt sie auf.
Und ganz nebenbei entstanden gute Freundschaften. „Wenn unsere Zeit bei DESY vorbei ist, kehren wir wieder an unsere Heimatuniversitäten zurück. Wir wollen uns aber auf jeden Fall wiedersehen“, ist sich Ric sicher.

Sommerstudenten bei DESY
Jeden Sommer bietet DESY Studenten aus der ganzen Welt die Möglichkeit, praktische Erfahrungen in der Forschung zu sammeln. Jeder Student wird dabei von einem eigenen Betreuer unterstützt und erhält für die geleistete Arbeit eine finanzielle Vergütung. Begleitet wird das Projekt von einem umfangreichen Vorlesungsprogramm, bei dem die Studenten ihr bereits gelerntes Wissen vertiefen können.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.