Wie lang bleibt dieses Nadelöhr noch?

Die Mauer am Fuße dieses Hangs wird durch die sandgefüllten Container gestützt. Die Mauer wölbte sich vor, drohte umzufallen. Würde das passieren, kann der gesamte Hang samt Haus runterkommen. (Foto: ch)
 
Lebensgefahr für Fußgänger: Busse und Autos kommen den Passanten extrem nahe, wenn sie den Containern auf der Blankeneser Hauptstraße über den Gehweg ausweichen müssen. (Foto: ch)

Absturzgefährdete Mauer im Treppenviertel wird seit Monaten nur notdürftig gestützt

von Christiane Handke, Blankenese - Wie lang dauern ein paar Tage? In Blankenese mehr als sieben Monate. So lange schon versperren zwei sandgefüllte Container die ohnehin enge Blankeneser Hauptstraße, kurz vor „Sagebiels Fährhaus“. Die Container sollten eine ins Rutschen gekommene Hangmauer abstützen - ein paar Tage nur, bis zur Reparatur der Mauer. Das war Anfang April. Jetzt ist der Herbst ist fast vorbei. Getan hat sich nichts.
Anwohner Gerd Stehmann, hat langsam genug: „Seit Monaten müssen an dieser Stelle Autos und Busse über den Gehweg ausweichen. Der ist inzwischen kaputt. Und immer wieder parken Leute von außerhalb trotz Halteverbot so dicht hinter der Ausweichstelle, dass niemand mehr durchkommt. Hier steht dreimal die Woche der gesamte Verkehr still! Manchmal muss alles rückwärts die Einbahnstraße hoch!“
Vergangene Woche dann erste Zeichen, dass Bewegung in die Sache kommt: Der Hang oberhalb der Mauer ist gerodet worden, Mitarbeiter der Firma Hanack & Partner, öffentlich bestellte Vermessungsingenieure, sind vor Ort. Es soll ein Bodengutachten erstellt werden.
Die Eigentümerin von Haus, Grundstück und Mauer ist eine ältere Dame, die im Seniorenheim lebt. Ihr Vertreter in organisatorischen Dingen heißt Lars G.. Das Wochenblatt hat mit ihm gesprochen. Er bedauert die Situation in der Blankeneser Hauptstraße und erklärt, dass die Mauer bald repariert werden soll. Wann wird mit den Bauarbeiten begonnen? „Sobald das Gutachten erstellt ist“. Termine könne er aber nicht nennen, meint G. Die Eigentümerin sei jedoch „besten Willens, einen Konsens zu finden und die Arbeiten zeitnah ausführen zu lassen“.
Anwohner Gerd Stehmann drängt darauf, dass es schnell geht. Sein Vorschlag: „Die Stadt soll dafür sorgen, dass man die Straße wieder normal befahren kann. Wofür zahlen wir denn Steuern? Wenn die Mauer Privateigentum ist, kann die Stadt sich ihr Geld doch wiederholen! Aber man muss doch erstmal was tun!“
Das sieht man am Bezirksamt Altona inzwischen genauso. Sprecherin Kerstin Godenschwege:  „Dem Grundeigentümer wurde signalisiert, dass die Stadt eventuell die Mauer instandsetzen würde. Die entstandenen Kosten würden eingetrieben, beziehungsweise als Belastung ins Grundbuch eingetragen.


Fragen ans Bezirksamt:
Elbe Wochenblatt: Ist die Mauer gut abgestützt?
Kerstin Godenschwege, Sprecherin Bezirksamt Altona: Ja, die Situation ist immer noch sicher.
EW: Warum dauert es so lange, bis die Mauer repariert wird?
KG: Da die Grundeigentümerin im Altenheim lebt und mehrere Betreuer für sie zuständig sind, hat es offensichtlich erhebliche Zeit gedauert, Einvernehmen über die Finanzierung herzustellen.
EW: Wer muss die Mauer reparieren?
KG: Der private Eigentümer.
EW: Kann man diesen zwingen, innerhalb eines bestimmten Zeitraumes zu reparieren?
KG: Ja. Durch eine behördliche Anordnung mit der Androhung von Zwangsmaßnahmen.
EW:  Ist dem Amt bekannt, dass der Gehweg durch den Auto- und Busverkehr schon in Mitleidenschaft gezogen ist?
KG: Ja. Nachdem in den ersten Monaten die Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit im Vordergrund stand, wäre zu dieser Zeit seine Instandsetzung gegebenenfalls zu
Lasten des Bezirksamtes gegangen. Nach derart langer Nutzung des Gehwegs wird das Bezirksamt sich aber vorbehalten, die Reparaturkosten dem Schädiger in Rechnung zu stellen.
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1 Kommentar
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Heiner Fosseck aus Altona | 19.11.2012 | 13:05  
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