Wenn die Kröten wieder wandern

Gerettet! Barbara Meyer-Ohlendorf Vom NABU West mit einem Amphibienpärchen, das von den Naturschützern vom Krötenzaun am Falkensteiner Ufer sicher in das elbnahe, ehemalige Klärbecken des Wasserwerks Baursberg gebracht wurde. Foto: NABU/Harders

Naturschützer helfen Fröschen, Molchen & Co sicher über die Straße

Von Reinhard Schwarz. Wenn es wärmer wird, kommen sie aus ihrem Winterquartier zum Laichen: die Kröten. Genau genommen sind es Erdkröten, Teichmolche, Bergmolche, Grasfrösche und Grünfrösche, die im Frühling aus ihrer Winterstarre erwachen und das Gewässer aufsuchen, in dem sie einst geboren wurden. Auch in diesem Jahr wandern die Amphibien aus dem Waldpark Klövensteen über die Uferstraße in das frühere Klärbecken
zwisschen Straße und Elbe.
Damit sie nicht unter die Räder geraten, haben Umweltschützer Krötenzäune aufgestellt, die verhindern, dass die glitschigen Tiere auf der Straße platt gefahren werden. Zudem ist die Straße Falkensteiner Ufer während der Krötenwanderung für den Autoverkehr gesperrt. Mit Erfolg, vermeldet Benjamin Harders vom Naturschutzbund Deutschland (NABU): „In der Nacht von Sonntag auf Montag haben wir rund 300 Kröten eingesammelt, etwa 150 davon waren auf der Straße, weitere 150 in den Eimern.“
Die Umweltschützer hatten auf einer Strecke von 500 Metern 50 Eimer eingegraben, in denen die wandernden Kröten gefallen waren. „In den vergangenen Jahren haben wir jährlich etwa 4.000 bis 5.000 Amphibien gezählt“, rechnet Harders vor. Demnach liege die Kröten-Population etwa bei 10.000, denn nur die geschlechtsreifen Tiere treten den gefahrvollen Weg an.
Krötentunnel soll Amphibien retten:
Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) West plant drei Krötentunnel am Falkensteiner Ufer. Der Vorteil: Die Straße müsste im Frühjahr nicht mehr zum Schutz der Tiere gesperrt werden. Frösche, Molche und Kröten gelangen gefahrlos auf die andere Seite - und wieder zurück. Die Gesamtkosten liegen bei 40.000 Euro, von denen der Bezirk Altona die Hälfte übernimmt. Die andere Hälfte muss durch Spenden aufgebracht werden. Kontakt unter: www.NABU-hamburg.de
Ein bis drei Wochen verbringen Frosche, Molche und Kröten im elbnahen Gewässer, dann wandern sie zurück in den Wald. Auch auf dem Rückweg droht den Tieren Gefahr durch Autofahrer.
Gefährdet sind auch die
Mini-Kröten, die aus den Kaulquappen entstehen. Zehntausende der Jungtiere verlassen etwa im Juli das Gewässer und begeben sich in die umliegenden Wiesen, später dann in den Wald. Auch bei diesem Umzug kommen Tausende zu Tode. Doch wozu sind Kröten eigentlich gut? Harders: „Amphibien vertilgen Mücken, Mückenlarven, andere Insekten und auch Schnecken, etwa im Garten.“ Aber sie dienen auch anderen Tieren als Nahrung: Bei Uhus, Waldkäuzen und Iltissen stehen sie auf der Speisekarte.
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