„Weg mit der neuen Versicherungskarte!“

Die Rissenerin Alexandra Ainsworth würde die neue elektronische Gesundheitskarte am liebsten zerschneiden. „Ich will keine gläserne Patientin sein.“

Rissenerin Alexandra Ainsworth startet Kampagne gegen die elektronische Chip-Karte der Krankenversicherungen

Rissen - Jetzt werden viele gesetzlich Versicherte angeschrieben und von ihrer Krankenkasse um ein Foto für die elektronische Gesundheitskarte (eGK) gebeten. Bis Ende 2012 sollen 70 Prozent aller gesetzlichen Krankenversicherten eine solche Karte haben. „Das ist ein weiterer Schritt in Richtung gläserner Mensch. Die Karte muss weg!“, wettert Alexandra Ainsworth. „Die Gefahren der Karte werden total unterschätzt!“
Alexandra Ainswoth sträuben sich die Haare, wenn sie an die neue Gesundheitskarte denkt: „Auf der elektronischen Gesundheitskarte soll auch meine komplette Krankengeschichte gespeichert werden. Alle, wirklich alle bisherigen Diagnosen sollen auf der Karte gespeichert werden. Einmal krank, immer krank. Da wird ja nichts gelöscht! Das will ich nicht. Und jeder, der ein Kartenlesegerät hat, kann diese Infos nutzen.“
„Auf die eGK werden zunächst einmal Name, Anschrift Geburtsdatum und Krankenkasse des Versicherten gespeichert sowie der Vermerk, ob man selbst zahlt oder familienversichert ist. Das ist auch heute schon auf der Karte hinterlegt. Später können auch Notfalldaten gespeichert werden wie chronische Erkrankungen oder Unverträglichkeit von Medikamenten. Ob Versicherte diese Möglichkeiten der Karte nutzen wollen, entscheiden sie ganz alleine“, hält Claudia Widmaier dagegen. Sie ist Pressesprecherin der zentralen Interessenvertretung der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen in Deutschland.
Gespeicherte Notfalldaten sind besonders brisant – aber nur unzureichend geschützt. Sie werden ungesichert auf die Karte eingegeben, jeder Arzt kann darauf zugreifen. Das ruft den Hamburgischen Beauftragten für Datenschutz auf den Plan: „Das ist datenschutzrechtlich sehr kritisch“, so Pressesprecher Arne Gerhards. Übrigens:Der Versicherte braucht der Abfrage der Notfalldaten nicht zuzustimmen.
Die Kosten für die eGK bringen Alexandra Ainsworth erst recht auf die Palme. „Es soll etwa 14 Milliarden Euro kosten, die Karte einzuführen. Das zahlen wir Versicherten, ohne dafür eine Leistung zu bekommen.“

Alexandra Ainsworth
Info-Stand
Blankeneser Markt
Blankeneser Bahnhofstraße
Sa, 7. Juli, 10-14 Uhr

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Alexandra Ainsworth lehnt die elektronische Versicherungskarte radikal ab. Sie fürchtet den Missbrauch ihrer gespeicherten Daten, sieht sich als gläserne Patientin. So viel Sensibilität wünscht man sich doch! Ist das Ihre Meinung?
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So ein Blödsinn!Alle meine Daten sollen auf die Karte. So kann mir in einem Notfall, wenn es auf jede Sekunde ankommt, schnell geholfen werden.
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1 Kommentar
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Alexandra Ainsworth aus Altona | 04.07.2012 | 11:21  
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