Wasserwerke ruinieren Jubiläumsfeier

Finstere Mienen: Eigentlich wollten Christiane und Gerhard Stehmann (M.) zum 25-jährige Geschäftsjubiläum ihren Kunden eine Woche wechselnde Aktionen anbieten. Doch Hamburg Wasser riss Straße und Bürgersteig auf, um die Wasserleitungen zu erneuern. Wegen der Baustelle kamen weniger Kunden, die Feier fiel ins Wasser. Karsten Strasser von den Linken (l.): „Das ist ein Schildbürgerstreich!“ (Foto: ch)

Hamburg Wasser informierte Geschäftsmann drei Werktage vor einem lang geplanten Fest über die Baustelle vor seinem Laden

Blankenese - Das 25-jährige Jubiläum ihres Naturkostladens in der Hasenhöhe hatten sich Gerhard und Christiane Stehmann so schön vorgestellt: Aktionen, Stände und Teeverkauf für ein Jugendprojekt waren seit Monaten geplant. Doch Hamburg Wasser machte dem Inhaber-Ehepaar einen Strich durch die Rechnung: Am Tag der Jubiläumsfeier starteten Bauarbeiten in der Hasenhöhe. Die Trinkwasserleitungen wurden erneuert. Vor dem Laden galt ab 7 Uhr ein absolutes Halteverbot. Einen Tag später wurde der Bürgersteig abgesperrt und die Hasenhöhe zur Einbahnstraße.
Gerhard Stehmann, Inhaber des Naturkostladens, ist wütend: „Wir haben vier Monate lang unser Jubiläum geplant. Können die uns nicht früher über etwas informieren, was sie schon Monate vorher wissen? Man kann ein Jubiläum nicht nachholen!“
„Die“, das sind die Mitarbeiter von Hamburg Wasser. Drei Werktage vor dem Start der Jubiläumsfeier kamen sie ins Geschäft und informierten die Stehmanns, dass in Hasenhöhe, Simrockstraße und Bohnstraße die Trinkwasserleitungen und Anschlüsse erneuert werden.
Hamburg Wasser räumt Versäumnisse ein: „In der Regel informieren wir die Anlieger zwei bis vier Wochen vorher. Diesmal ist die Benachrichtigung sehr spät erfolgt“, so Matthias Sobottka, Sprecher von Hamburg Wasser. „Das tut uns leid.“
Hätten die Bauarbeiten nicht verschoben werden können? „Eine Umstellung des Bauablaufs wäre möglich gewesen“, sagt Sobottka. „Doch der Ladeninhaber soll zur Bauleitung vor Ort gesagt haben: Dann verschiebe ich das Jubiläum nochmals und mache es später.“
Dem widerspricht Stehmann: „Ein Jubiläum kann man nicht verschieben.“
Aufgrund der Baustelle blieben 40 bis 50 Prozent der regulären Kunden weg. Zahlt Hamburg Wasser dafür Entschädigung? Nein, „nur, wenn die Bautätigkeit existenzgefährdend ist. So ist es im Hamburgischen Wegegesetz geregelt“, sagt Sobottka. Und hat einen kleinen Trost parat: „In den nächsten 50, 60 Jahren sollten die Leitungen nicht mehr angefasst werden.“
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