„Was Festes, Kleines für den Übergang“

Barbara Müsing schaut, ob der Fensterladen trotz der hohen Minusgrade noch in Ordnung ist.

Zehn Jahre Kirchenkaten in der Kirchengemeinde Sülldorf-Iserbrook

Die beiden hellgelb gestrichenen Häuschen stehen ein wenig versteckt hinter dem Gemeindehaus der Martin-Luther-Kirche. In den beiden Kirchenkaten leben seit zehn Jahren Wohnungslose, die hier wieder in ein geregeltes Leben zurückfinden können.
„Eine Kate ist 14 Quadratmer groß, die andere einen Quadratmeter größer. Bei dieser Kate gibt es nämlich auch eine Waschmaschine und einen Trockner“, erklärt Barbara Müsing. Sie ist in der Friedensgruppe der Kirchengemeinde aktiv. Doch was hat Frieden mit Kirchenkaten zu tun? „Frieden ist, wenn Menschen ruhig schlafen können“, erklärt sie. Deshalb hat sich ihre Gruppe für die beiden Katen stark gemacht, in denen Menschen ein Zuhause auf Zeit finden.
Die Katen sind zweckmäßig eingeteilt. „Wenn man hinein kommt, ist da eine Küchenzeile. Davon geht ein Wohnraum mit Schlafmöglichkeit ab. Auf der anderen Seite des Eingangs ist ein Duschbad“, beschreibt sie die Aufteilung der kleinen Steinhäuser.
Menschen, die wohnungslos sind, dürfen hier einziehen. „Die Sozialarbeiter von Beratungsstellen wie beispielsweise Hinz und Kunzt sagen uns Bescheid. Wir nehmen die wohnungs- und arbeitslosen Menschen gern auf, wenn sie den festen Willen haben, wieder in die Gesellschaft hineinzuwollen“, erklärt Müsing. „Hier können die Menschen zu Ruhe kommen, haben eine feste Adresse und einen geregelten Tagesablauf.“ Das wissen auch die Bewohner. „Die Kate ist etwas Festes, Kleines für den Übergang, sagte mir einmal ein Bewohner“, so Müsing.
Umsonst leben die Bewohner nicht in den Katen. „Sie zahlen einen 250 oder 280 Euro im Monat. Darin enthalten ist auch Wasser, Strom Heizung und natürlich die Nutzung der voll ausgestatteten Kate“, gibt Müsing einen Überblick. „Aus den Zahlungen werden Rücklagen für Reparaturen und größere Anschaffungen gebildet. Der jährliche Überschuss geht an Obdachloseneinrichtungen wie die AliMaus“, erklärt Müsing. Sie hat das Katen-Projekt angestoßen, die Durchführung begleitet und betreut von Anfang an die Bewohner. Träger der Katen ist die Kirchengemeinde Sülldorf-Iserbrook. Gebaut wurden die Häuschen von Spenden.
In den zehn Jahren lebten einschließlich der beiden jetzigen Bewohner 24 Menschen in den Katen.


Jubiläumsvorstellung
Theater „Nestkälte“
Freitag, 17. Februar, 18 Uhr
Gemeindehaus Sülldorf
Sülldorfer Kirchenweg 187
Eintritt frei
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1 Kommentar
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Hella Estebruegge aus Eimsbüttel | 22.01.2013 | 18:08  
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