Warum hält hier keiner an?

Hand raus – und trotzdem hält keiner: Emily (8, li.) und ihre Freundin Emmi (8) am Überweg Ostermeyerstraße. (Foto: cvs)

Zebrastreifen Ostermeyerstraße: Autofahrer beachten ihn einfach nicht – und fahren durch

C.v. Savigny - Wenn das Kind vor ein Auto läuft, ist dies so ziemlich das schlimmste, was Eltern passieren kann. Maren Wolf (40), Lehrerin aus Groß Flottbek, hat es erlebt: Im vergangenen Sommer wurde ihre damals drei Jahre alte Tochter Rosalie auf dem Zebrastreifen an der Ecke Heinrich-Plett-Straße/ Ostermeyerstraße angefahren. Glücklicherweise ohne allzu schlimme Folgen: „Nur“ das Fahrrad des kleinen Mädchens ging zu Bruch. Wolfs Angst ist dennoch geblieben: „Meine große Tochter geht da jeden Morgen alleine rüber“, sagt sie.
Schon seit mehreren Jahren bemüht sich eine örtliche Bürgerinitiative, auf die Verkehrssituation an ihrem Fußgängerüberweg hinzuweisen. Problem Nummer eins: Kaum ein Autofahrer hält an. „Obwohl ich Zeichen mache, fahren sie oft einfach durch“, berichtet Emily (8), die älteste Tochter von Maren Wolf. Etwa zehn bis 15 Kinder nutzen den Zebrastreifen täglich auf dem Weg zur Schule Windmühlenweg. Jedes Jahr kommen ein paar neue hinzu: Die Siedlung wächst, immer mehr junge Familien werden hier heimisch.
Problem Nummer zwei ist der zunehmende Autoverkehr: Im letzten Jahr öffnete der Neubau der Internationalen Schule am Hemmingstedter Weg seine Pforten. Die Kreuzung zur Heinrich-Plett-Straße wurde durch einen Kreisel ersetzt. Autofahrer – jetzt doppelt so viele wie früher – haben sich daran gewöhnt, nicht mehr stoppen zu müssen. Dagegen setzt die Initiative auf eine sogenannte Sprunginsel für ihren Zebrastreifen – als Sicherheitszone für Fußgänger sozusagen.
Politisch ist die Verkehrsinsel längst beschlossene Sache. Gebaut wird trotzdem nicht: „Leider fehlen dafür derzeit die erforderlichen Haushaltsmittel“, sagt Bezirkssprecherin Kerstin Godenschwege. Man hoffe aber, in absehbarer Zeit aktiv werden zu können. „Das Bezirksamt untersucht derzeit alle Verkehrssituationen und hat diese Maßnahme mit in das Schulwegsicherungsprogramm aufgenommen.“ Möglich ist theoretisch auch ein privater Sponsor – der aber noch nicht gefunden ist.
Laut Auskunft des Polizeireviers 26 am Blomkamp handelt es sich bei der betreffenden Kreuzung nicht um einen Unfallschwerpunkt.
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Karsten Strasser aus Altona | 30.12.2011 | 01:36  
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