Von Rissen nach Riga

Gemeinsam für Lettland: Mitglieder der Johanniter beluden am Sonnabend auf dem Gelände des Asklepios Westklinikums in Rissen einen 40-Tonner. Unten stehend, von links: Annelies Lädke, Olaf Scholz, Mehmet Eyice, Mathias Ziellinski, Jörg Wilbrandt, Fahrer Günter Radloff, Dr. Dorit Pluns, Frieder Saphir. Oben: Heike Radloff und Yannick Paul. Foto: rs

Johanniter helfen Kranken und Alten in Lettland

Von Reinhard Schwarz. Mit einem 40-Tonner nach Lettland: Mitglieder der Hilfsorganisation Die Johanniter beluden am Sonnabend auf dem Gelände des Asklepios Westklinikums in Rissen einen Lkw. Ziel war die lettische Hauptstadt Riga. Zwei Fahrer der Johanniter brauchten ab Sonntag für die rund 1.500 Kilometer lange Strecke zwei Tage. Die Hilfsgüter wurden zur dortigen Schwesterorganisation Sveta Jana Palidziba gebracht.
Armut in Lettland? Wo doch das Land seit zehn Jahren Mitglied der EU ist? „Es geht all denjenigen gut, die noch arbeiten können“, sagt Johanniter Olaf Scholz. „Von Armut betroffen sind Alte, Kranke und alleinerziehende Mütter. Lettland ist ein schönes, aber im Grunde armes Agrarland.“ Zudem leidet das Land unter der Auswanderung der Jüngeren, die es wegen besser bezahlter Jobs ins Ausland zieht. Ein Sozialsystem sei nach der Abspaltung der baltischen Staaten von der ehemaligen Sowjetunion im Aufbau. Die Not sei trotzdem noch groß.
Wie groß, erläutert Dr. Dorit Pluns (78), geborene Deutsch-Baltin: „Allein die Suppenküche unserer Schwesterorganisation gibt täglich 800 bis 1.000 Essen aus.“ Die Johanniter liefern gespendete Kleider nach Riga sowie medizinische Geräte und Versorgungsgüter wie etwa Krankenhausbetten. „Wir bringen auch defekte Rollstühle, die dort repariert werden.“ Vor einiger Zeit sei es gelungen, „gespendete neue Pflegebetten zu bringen, die bei uns aussortiert wurden, weil sie nicht mehr der hiesigen Norm entsprachen“, so Scholz.
Was treibt die Helfer an, die einen Großteil ihrer Freizeit für soziale Projekte opfern? „Ich sehe es als Notwendigkeit an, humanitäre Hilfe zu leisten“, sagt Olaf Scholz (48). Der Ingenieur bei Airbus wurde 1992 von einem Kollegen angesprochen, bei den Johannitern mitzumachen. Kfz-Meister Jörg Wilbrandt (51) gilt als Technik-Experte. In Sri Lanka war er nach dem Tsunami 2004/2005 für die Trinkwasseraufbereitung zuständig. In Rissen sind die Johanniter erst seit dem 1. Januar. Sie kooperieren mit dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), der den Lkw und das Warenlager zur Verfügung stellte.

Die Osteuropahilfe der Johanniter: Die Osteuropahilfe der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. schickt jährlich rund 100 Tonnen Hilfsgüter nach Kiew, Riga und in die ungarische Stadt Mateszalka. Seit 1. Januar nutzt die Hilfsorganisation die Räume des Arbeiter-Samariter-Bundes auf dem Gelände des Westklinikums Rissen. Dort werden Sachspenden wie Bekleidung, Sanitäts- und Krankenhausbedarf, Schulausstattung, Kinderspielzeug und Fahrräder gesammelt, sortiert und verpackt. Sowohl Geld- als auch Sachspenden sind willkommen. Infos beim Johanniter Regionalverband Hamburg,
Telefon 040 / 65 05 40 oder unter www.johanniter.de
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