Statt Geld gabs Haft

Die Angeklagten Tsevetan Y (l.)und Konstantin M. wollten Bankautomaten manipulieren und mit gefälschten EC-Karten Geld erbeuten. Doch sie wurden auf frischer Tat geschnappt. (Foto: ww)

Amtsrichter verurteilte Betrüger zu acht Monaten Haft - auf Bewährung

von Wolfgang Westphal, Blankenese - Für Rechtsanwalt Uwe Maeffert war die Sache klar: „Ist ja nix passiert!“, sagte er in der Verhandlung gegen die beiden Bulgaren Tsevetlan Y, (40) und Konstantin M. (44). Stimmt! Aber nur, weil eine Kundin die Manipulation des Geldautomaten entdeckte, und die beiden Betrüger wenig später von der Polizei geschnappt wurden. Beide Männer wurden wegen Verabredung zu einem Verbrechen und Fälschung von Zahlungskarten angeklagt.
In Bulgarien arbeitet Tsevetlan Y. als Koch, Konstantin M. als Fahrer. Die beiden waren von Sofia nach Hamburg gekommen, um Autos zu kaufen und diese dann nach Bulgarien zu überführen. Doch dann witterten sie die Chance, schnell viel Geld zu machen: Auf einem Flohmarkt wurden sie von zwei Männern angesprochen. Sie sollten an einem Geldautomaten ein Kartenlesegerät und eine Minikamera anbringen. So sollten die Daten von Bankkunden ausgespäht und anschließend auf gefälschte EC-Karten kopiert werden. Mit den Karten sollten die Konten der Bankkunden geplündert werden.
Mehrere tausend Euro wurden den beiden Angeklagten als Lohn für ihre Betrügereien versprochen. Doch zuerst mussten die beiden selbst in die Tasche greifen: 1.000 Euro wurden für die Geräte an ihre Auftraggeber fällig.
Doch nichts lief wie geplant. Die beiden Betrüger wurden schnell ertappt und von der Polizei festgenommen. Seitdem saßen sie in Untersuchungshaft. Da beide den Tathergang nicht leugneten, ging es bei dem Prozess nur um das Strafmaß.
Hier brachte nun der Verteidiger Uwe Maeffert allen Erns-tes vor, es sei ja nichts passiert und wollte dies als strafmildernd geltend machen. Die Oberstaatsanwältin widersprach. Dies sei nur der Fall, weil die Angeklagten frühzeitig festgenommen wurden. Sie forderte ein Jahr Haft auf Bewährung für beide Angeklagten, die nicht vorbestraft waren. Auch, dass Konstantin Ms. Lebensgefährtin demnächst Mutter wird, wurde nicht als strafmildernd berücksichtigt.
Die Richterin verurteilte beide Angeklagten zu acht Monaten Haft auf Bewährung.
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