Stadt schmeißt fremdes Werkzeug weg

Hartmuth Groth, Geschäftsführer der Röbbek Energieanlagen, räumte in der ungenutzten Schule Röbbek ehrenamtlich auf. Als die Stadt seine Werkzeuge wegschmiss, klagte er. Daraufhin eskalierte die Auseinandersetzung und ihm wurde ein bedingtes Hausverbot ausgesprochen. Jetzt darf er in der Schule Röbbek nur noch den Stromzähler unterm Dach ablesen.

1.500 Euro Schaden durch ehrenamtliche Arbeit­ – Ehrenamtlicher Helfer zeigt Stadt an

Karin Istel,
Gross Flottbek
Hartmuth Groth kümmerte sich monatelang um die alte Schule Röbbek. Er befreite die Fenster von Efeu, säuberte die Klassenräume und nahm den herumstehenden Elektroschrott auseinander. Sein Werkzeug lagerte er in einem der Klassenzimmer. Als die Finanzbehörde, die das Gebäude besitzt, den Raum ausräumen ließ, kam das Werkzeug auch weg. Groth ist empört und verbittert:„Man tritt mein ehrenamtliches Engagement mit Füßen und ersetzt mir mein Werkzeug nicht. Ich habe 1.500 Euro Schaden.“Jetzt hat er Strafanzeige gestellt.
Hartmuth Groth ist Geschäftsführer der Röbbek Energieanlagen, die die Solaranlage auf dem Turnhallendach betreibt. Er liest regelmäßig im Gebäude den Zählerstand ab. Dabei sah er auch, in welch desolatem Zustand die Schulräume waren. „Die Klassenräume waren vermüllt. Da fing ich an, sie besenrein aufzuräumen.“ Er nahm auch den Schrott auseinander. „Ich habe beispielsweise alte Computer ökogerecht zerlegt. Damit habe ich der Stadt viel Geld gespart. Einen Klassenraum habe ich dazu als Werkstatt genutzt“, erinnert sich Groth.
Als auf Geheiß der Finanzbehörde ein Entsorgungsunternehmen klar Schiff in dem Raum machte, kam auch Groths Werkzeug weg. „Mir hat keiner zuvor Bescheid gesagt, sonst hätte ich doch alles weggeräumt!“
Daniel Stricker, Pressesprecher der Finanzbehörde, hält dagegen:„Herr Groth ist eine Frist gesetzt worden. Die hat er ungenutzt verstreichen lassen.“
Groth ist verbittert:„Ich dachte, ich spare mit meiner Arbeit der Stadt viel Geld. Meine Arbeitszeit habe ich auch nie berechnet. Und nun das!“
„Herr Groth hat sich verdient gemacht,“erkennt Daniel Stricker an. „Doch er hat es schlichtweg übertrieben und sich zu einer Art zweiten Hausmeister gemacht.“ Für die Schule Röbbek sei der Hausmeister der Schule Windmühlenweg ebenfalls zuständig. Zu dem Rechtsstreit will sich Stricker nicht äußern.
Für Groth gilt jetzt ein bedingtes Hausverbot. Er darf das Gebäude nur noch zum Ablesen des Zählerstandes der Solaranlage betreten. „Davon können sie mich nicht fern halten!“, meint er grimmig.
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1 Kommentar
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D W aus Altona | 31.01.2012 | 10:02  
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