Sportanlage bebauen? Nein!

Applaudierten vom Zuschauerpodium, als sie in der Bezirksversammlung die gute Nachricht hörten: Dr. Jan Schoop, Joachim Sinz und Dirk Peter Lühr (v.l.n.r.) sind erleichtert, dass die Teilbebauung der Sportanlagen am Hemmingstedter Weg (vorerst) vom Tisch ist. (Foto: ch)

Altonas Politik und Verwaltung sauer: Hamburg hatte im Alleingang Baupläne verfolgt. Jetzt wurde der geplante Wohnungsbau am Hemmingstedter Weg in letzter Minute gestoppt.

Ch. Handke, Klein Flottbek - So schnell und so zur Freude der Bürger werden in der Bezirksversammlung selten Fragen beantwortet. Drei Anwohner, Joachim Sinz, Dr. Jan Schoop und Dirk Peter Lühr, hatten wissen wollen: Wie steht es mit Plänen, Teile der Grün- und Sportanlagen am Hemmingstedter Weg mit Wohnungen zuzubauen?
Die Antwort: Es werden keine Wohnungen gebaut werden. Altonas größte Sportanlage und das letzte intakte Stück des so genannten „Grünen Rings II“ bleiben - vorerst jedenfalls - erhalten.
Hinter dieser Antwort steht, je nachdem, von welcher Warte man es betrachtet, eine Posse oder ein Skandal: Tatsächlich ist seit Monaten an Plänen gebastelt worden, das Gelände zu bebauen. Der Investor Quantum stand in geheimen Gesprächen mit Baubehörde, Sportamt und den Sportvereinen vom Hemming-stedter Weg.
Angeblich sollen Sportvereinsvorsitzende schon Verträge unterschrieben haben. Nur: Um dort zu bauen, muss der Bebauungsplan geändert werden ­–und dieses muss im Konsens mit dem Bezirk geschehen.
Aber aus der Hamburger Behördenebene hatte sich niemand herabgelassen, Bezirksverwaltung oder Bezirkspolitik in Altona zu informieren oder zu fragen, geschweige denn in Entscheidungen einzubeziehen.
Thomas Adrian, Altonaer SPD-Fraktionsführer: „Die Hamburger Verwaltung hat leider ziemlich viel Chaos veranstaltet. Das Projekt fliegt vom Tisch.“ Bau-Staatsrat Michael Sachs hatte erst wenige Stunden vor Beginn der Bezirksversammlung am Donnerstag dem Investor geraten, wegen des Protests und der Bedenken vor Ort von den Bauplänen Abstand zu nehmen.
CDU-Fraktionschef Uwe Szczesny warnte: „Ganz von Tisch ist die Sache nicht.“ Habe der Senat einmal entschieden, den Bezirk außen vor zu lassen, könne das auch wieder passieren. Die anderen Fraktionen bliesen ins gleiche Horn. Gesche Boehlich (GAL): „Ich bin entsetzt, dass an Bezirksverwaltung und Bezirksversammlung vorbeigeplant wurde. Das ist kein feiner Stil.“ Wolfgang Ziegert von der Linken: „Wir werden aktiv von Entscheidungsprozessen ausgeschlossen. Solche Planungen per Ordre de Mufti stehen im Widerspruch zu unseren demokratischen Grundlagen.“

Informationsabend:
Die Bebauungspläne sind vom Tisch - doch der Termin steht: Am Donnerstag, 12. April, soll um 18 Uhr in einer öffentlichen Sitzung des Hauptausschusses der Bezirksversammlung Altona über das Projekt „Wohnbebauung auf dem Sportgelände Hemmingstedter Weg“ informiert werden.
Eingeladen sind Vertreter der Schulbehörde und der Behörde für Inneres und Sport sowie Vertreter der am Standort Hemmingstedter Weg versammelten Sportvereine.
Ort: Kollegiensaal, Altonaer Rathaus, Platz der Republik 1.
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