Schwarze Zöpfe und Pelzmützen

Kurze Pause zur Erholung: Anselm Pahnke (links) erlebte die meisten Tibeter als herzliche und freundliche Menschen. (Foto: pahnke)

So weit das Fahrrad trägt – Folge 3: Eimsbütteler radelt durch Tibet

Von Gaby Pöpleu

Rund 30.000 Kilometer radelte der Eimsbütteler Anselm Pahnke schon um die Welt. Die nächste Etappe seiner abenteuerlichen Reise auf dem Draht- esel führte ihn nach Tibet. Die Grenze zwischen Tibet und China zeigt Pahnke noch einmal deutlich, welche Vorteile ein deutscher Pass hat: „Tibeter
erhalten keinen Reisepass mehr und dürfen selbst die Grenze zur tibetischen Hauptstadt
Lhasa nur mit Sondererlaubnis passieren“, berichtet er. „Seit den olympischen Sommerspielen 2008 wurden die Regeln noch verschärft.“
Schlimm war ein weiterer Unfall beim Radfahren: Bei Tempo 40 gerät ein Fuß des Abenteurers bei einer Bergabfahrt zwischen die Speichen des Vorderades. Zum Glück ist nur die Gabel verbogen, der Fuß nicht gebrochen. Aber eine Wunde muss genäht werden. „Die offenen Wunden an Händen und Beinen heilten von selbst“, sagt Pahnke. Schon nach einer Woche hält ihn nichts mehr auf dem Krankenlager: Immer wieder sind 5.000 Meter hohe Pässe zu bewältigen. 45 Pässe und 44.000 Höhenmeter kamen dabei zusammen. „Das ist das gleiche wie fünfmal den Mount Everest hochzulaufen“, schmunzelt er. „Besonders weil es so kalt war und die Luft so dünn, dass man mit dem Atmen kaum hinterherkam.“
Er erlebte auch magische Momente: „Als ich ein altes, knirschendes, aus Holz erbautes Kloster besichtigte, war gerade der dunkle Gebetsgesang junger Mönche zu hören. Als dann plötzlich ein älterer Mönch zu mir trat, durchflutete Sonnenlicht den Raum.“
Die Tibeter kleiden sich bis heute in traditioneller Tracht, berichtet Pahnke, ein prächtiger Anblick in kräftigen Farben: Die warmen Fellmäntel mit überdimensional langen Ärmeln, große Kopfbedeckungen aus Pelz und lange schwarze geflochtene Zöpfe gehören dazu. Jüngere Frauen tragen gern schimmernde Perlen um den Hals und an den Ohren, ältere Damen gern in Kupfer gefassten Bernstein an den Fingern. So gibt es Juweliere und Schuster in jedem Dorf, denn auch der Lederschuh eines jeden Mannes ist den Tibetern von großer Bedeutung.
Beeindruckens fand Pahnke die Baukunst der Tibeter. „Brücken und Häuser sind wirklich einmalig.“ Die großen Häuser beherbergen mehrere Generationen einer Familie.

Im nächsten Reisebericht des Eimsbütteler Weltenbummlers geht es um seine Reise durch Laos.
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