Schüler trauen sich nicht über die Straße

Der Zebrastreifen ist frisch entfernt: Anton, Amanda und Vater Andreas Schieweck-Güsmer schaffen es gerade so über die Straße, bevor schon das nächste Auto angedüst kommt.

Alle Zebrastreifen am Holmbrook wurden entfernt –
Besorgte Eltern nehmen das nicht hin

Anton Güsmer ist ein selbstbewusster Schuljunge, es sei denn er muss die Straße Holmbrook überqueren. „Ich habe richtig Angst rüberzugehen“, sagt der Elfjährige, „weil immer Autos kommen“.

Bis Ende 2012 war die Welt für ihn, seine Schwester, die fünfjährige Amanda, und seine Eltern noch in Ordnung. Dann wurde der erste Zebrastreifen in der 30-Zone entfernt. Der zweite, direkt vor Schule und Kindergarten, folgte vor gut zwei Monaten.
An den Engstellen drängeln sich schnell noch Autos durch, bevor der Gegenverkehr kommt. Parkende Transporter schränken die Sicht ein. „Für Kinder ist es schwer, die Situation richtig einzuschätzen“, erklärt Vater Andreas Schieweck-Güsmer.
Doch genau für die liegt die Straße Holmbrook auf ihrem Weg zu den drei Schulen und zwei Kindergärten oder zu den etwas entfernteren Gymnasien in Altona und Othmarschen.
Zum morgendlichen Schulverkehr gesellt sich der Durchgangsverkehr zur Autobahn. Vom Verkehr zum Altonaer Krankenhaus einmal abgesehen. Kaum ein Autofahrer hält sich an Tempo 30.
„Aber laut Polizei rechtfertigt genau das Tempolimit die Abschaffung der Zebrastreifen“, sagt Güsmer. Dabei sei deren Interpretation von Verordnungen falsch. „Überall verschwinden Zebrastreifen. Das finde ich ziemlich dumm.“

„Zebrastreifen abzuschaffen ist dumm“

Mit seiner Meinung ist er nicht allein. Er und andere besorgte Eltern sind dabei, eine Elterninitiative zu gründen. „Nicht nur die Zebrastreifen müssen wieder her. Es muss auch sichergestellt werden, dass nicht gerast wird.“

• Das sagt die Polizei:
Aus polizeilicher Sicht ist die Straße objektiv verkehrssicher. Regelmäßig ist ein Polizist zu Schulbeginn und/oder -ende vor Ort. Es werden Laserkontrollen durchgeführt, ein Tempoanzeiger ist dort temporär installiert. Der ruhende Verkehr soll neu geordnet werden.

• Das sagt der Senat:
In Ausnahmefällen ist ein Fußgängerüberweg in Tempo-30-Zonen gerechtfertigt: Wenn starker Verkehr und hohe Fußgängerdichte herrschen.
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