Schüler müssen am Boden essen

Mit einem Aktionstag unter dem Motto „Mehr Raum zum Lernen“ machten die Schüler der Stadtteilschule Blankenese auf die Raumnot an ihrer Schule aufmerksam. (Foto: jve)

Die Stadtteilschule Blankenese platzt aus allen Nähten

von Julia Vellguth, Blankenese - Norbert Baar, Elternrat der Stadtteilschule Blankenese, bringt es auf den Punkt:„Wir haben die Nase gestrichen voll!“ Die Schule mit rund 1.300 Schülern platzt aus allen Nähten. Seit Jahren kämpfen Lehrer, Schüler und Eltern für ein neues Raumkonzept, das den gestiegenen Schülerzahlen Rechnung trägt.
Den 52 Lerngruppen der Jahrgänge 5 bis 13 stehen nur 32 ausgewiesene Klassenräume zur Verfügung. Die Turnhalle ist marode, einige Räume sind von Schimmel befallen. Bereits genehmigte Neu- und Umbauten sowie der Abriss einzelner Gebäude lassen seit Jahren auf sich warten. Unter dem Motto „Mehr Raum zum Lernen“ machten Schüler, Eltern und Lehrer deshalb mit einem Aktionstag auf die mangelhafte Raumsituation ihrer Schule aufmerksam.
Nicht selten wird der Unterricht auf die Cafeteria oder den Flur verlegt. „Ich musste mir neulich mit einer Freundin einen Stuhl teilen“, berichtet Sophie (18). Den Unterricht einer Französisch- und einer Englischlerngruppe in einem Raum erlebte Siebtklässler Sascha. „Der Schulalltag ist ein dauerhaftes Provisorium“, meint Lehrerin Elisabeth Esslinger.
Obwohl einige Kinder bis nachmittags Unterricht haben, kann die Schule nicht alle mit einem Mittagessen versorgen. „Die Mensa kann nur rund 80 Essen ausgeben. Selbst im Schichtessen ist nicht mehr möglich“, sagt Lehrerin Claudia Thiel. Jeden Tag müssten Schüler auf dem Fußboden Mittag essen. Auch Aufenthaltsräume sucht man an der Schule vergeblich. Es gibt keine Arbeits- oder Pausenräume, das Lehrerzimmer ist für die 110 Kollegen viel zu klein. Die Aula fasst nur 300 Leute. „Bei der letzten Vollversammlung herrschte endloses Chaos“, so Schulsprecherin Sophie.
Die Hamburger Schulbehörde sieht die Raumnot darin begründet, dass in der Vergangenheit mehr Parallelklassen gestartet seien als vorgesehen. Eine konsequente Einhaltung der Fünfzügigkeit sowie die neue Außenstelle in Rissen würden für Entspannung sorgen. Andere Hamburger Schulen seien wesentlich beengter. „Die Schulbehörde baut dort aus, wo es dringend nötig ist und entscheidet hier nach den klaren Fakten und nicht danach, an welchem Standort am stärksten protestiert wird“, so Peter Albrecht, Pressesprecher der Schulbehörde.
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