Schluss mit dem zur Schule Kutschieren

Georgios, Arthur, Charlotte (v.l.) lassen sich ihre Wege von und zur Schule in ihren „Schulweg-Pässen“ bestätigen. Schulleiterin Martina Overmeyer freut sich, dass die Aktion so gut bei den Schülern ankommt.
Hamburg: Katholische Schule Blankenese |

An der katholischen Schule Blankenese wird drei Wochen auf Fahrdienste der Eltern verzichtet

Karin istel, Blankenese

Die Viertklässler Jasper, Charlotte und Henry lassen sich nicht zu ihrer Schule kutschieren, sondern laufen dorthin. Zwei Wochen vor und eine Woche nach den Ferien wollen sie durchhalten. Jeder Weg von oder zur katholischen Schule Blankenese wird nämlich im „Schulweg-Pass“ vom Klassenlehrer mit einem Stempel bestätigt.

Was machen die Kinder?
Alle 262 Schüler machen mit bei der dreiwöchigen Mitmachaktion „Zu Fuß zur Schule“. Die Erst- bis Viertklässler verzichten auf „Taxi Mama“ und laufen zu ihrer Schule. Auch Schüler, die einen längeren Schulweg haben, machen mit. „Unser Sohn Henry und seine drei Freunde haben diese Aktion zum Anlass genommen, jeden Tag zweieinhalb Kilometer zur Schule zu gehen – und wieder zurück“, freut sich Mutter Stefanie Leverenz.
Kinder, die die Entfernung zur Schule noch nicht allein schaffen, können per Auto oder Rad zu einer von vier Haltebuchten, so genannten „Kiss & Drop-Zonen“, gefahren werden. „Von dort aus schaffen die Kinder die höchstens 1.000 Meter zur Schule allein“, ist Schulleiterin Martina Overmeyer überzeugt.

Was bringt die Lauferei?
Zu Unterrichtsbeginn ging es oftmals vor dem Schulgelände hektisch zu, da viele Eltern ihre Sprösslinge mit dem Auto brachten. „Zeitdruck, Autoschlangen und Stau schon am frühen Morgen – das wollen wir mit dieser Aktion mehr und mehr vermeiden helfen“, sagt Schulleiterin Martina Overmeyer.
Dazu kommt: Die Kinder tun etwas für ihre Gesundheit. Sie beugen Übergewicht vor oder bauen es ab. Denn: „In Hamburg ist jedes zehnte Kind im Einschulungsalter übergewichtig“, so Rico Schmidt, Sprecher der Gesundheitsbehörde.
Ein weiterer Vorteil: Die Schüler „nehmen ihre Umgebung bewusster wahr und lernen, sich selbstständig im Straßenverkehr zu bewegen“, erklärt Overmeyer. „Außerdem stärkt Bewegung die Konzentration.“

Könnten nicht mehr Schulen in den Elbvororten bei der
Aktion mitmachen?
Bestimmt. Doch für einige Schulen ist das einfach nicht möglich, wie beispielsweise für die Internationale Schule im Hemmingstedter Weg. Sie besuchen Schüler aus ganz Hamburg und dem Umland. Viele könnten aufgrund der großen Entfernungen nicht zu Fuß kommen. Sie werden oft mit dem Auto bis vor die Schule gebracht.
Direkt vor der Schule gibt es Haltebuchten für bis zu zehn Autos. Scheint zu funktionieren. „Es kommt höchstens mal fünf Minuten in Spitzenzeiten zu einem Stau“, sagt Axel Bastian vom Polizeikommissariat (PK) 26.
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