„Schlechte Aussichten fürs Gymnasium“

Stadtteilschule Blankenese wird am Gymnasium Rissen angesiedelt - Elternrat fürchtet den Niedergang des Gymnasiums

Jetzt ist es beschlossene Sache: Die Stadtteilschule (STS) Blankenese wird am Standort des Gymnasiums Rissen angesiedelt. Das entschied jetzt die Schuldeputation verbindlich. Die Eltern laufen dagegen Sturm.
Für große Überraschung sorgte die Entscheidung nicht, war sie doch bereits im Entwurf des Masterplanes für die Hamburger Schulen, dem so genannten Schulentwicklungsplan, von der Schulbehörde vorgezeichnet worden. Laut Behörde kostet die Ansiedlung des STS an der Grundschule Iserbarg mit Abriss und Neubau von Gebäuden 40,7 Millionen Euro. Außerdem hält Schulsenator Ties Rabe die Erweiterung der Grundschule von heute drei auf vier Züge pro Jahrgang in den nächsten Jahren für wahrscheinlich. Die Kosten für Neu- und Umbauten der Gebäude einschließlich der Ansiedlung der STSan der Grundschule Iserbarg erhöhten sich dann auf 44,7 Millionen Euro.
Die Ansiedlung der STS auf dem Gelände des Gymnasiums Rissen ist mit 34,7 Millionen Euro laut Schulbehörde die preiswertere Alternative. Doch Eltern laufen dagegen Sturm. „Derzeit gibt es fünf Klassen der Stadtteilschule. Zukünftig wird es acht dreizügige Klassenstufen im Gymnasium und neun dreizügige Klassenstufen der Stadtteilschule geben. Das sind über 1.000 Schüler. Alles wird extrem eng“, so Reinhard Rolofs. Die Schulbehörde wollte sich nicht dazu äußern.
Der Vorsitzende des Elternrates im Gymnasium Rissen befürchtet Klagen gegen die geplanten Neubauten der Stadtteilschule. „Es sollen vierstöckige Blöcke gebaut werden. Das werden sich die Anwohner nicht gefallen lassen. Eltern werden sich überlegen, ob sie in das Gymnasium auf dem gleichen Gelände ihr Kind anmelden.“
Stadtteilschule und Gymnasium sollen zukünftig Fachräume und Schulhof gemeinsam nutzen. Rolofs hat gleich in doppelter Hinsicht Angst: Zum einen befürchtet er, dass die Schüler nicht mehr wissen, ob sie ins Gymnasium oder in die Stadtteilschule gehen. Zum anderen fürchtet er um die Selbstständigkeit des Gymnasiums. „Es werden immer Absprachen nötig sein.“
Kurz: „Die Aussichten für das Gymnasium werden eher schlechter als besser werden“, resümiert er.
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