Schildkröte auf Freiersfüßen

Ein echter Draufgänger: Die griechische Landschildkröte Filibert Cooper folgte neulich wieder dem Duft der Frauen und besuchte seine Freundin im drei Kilometer erntfernten Botanischen Garten. Foto: pr

Filibert Cooper büxt immer wieder aus,
um seine Freundin im Botanischen Garten zu besuchen

Der Duft der Frauen wirkt auf einige Männer unwiderstehlich. Dies gilt offensichtlich auch für griechische Landschildkröten. Filibert Cooper, das Hausreptil der Familie Schmidt-Tukay aus der Kronprinzenstraße, büxt alle Jahre wieder aus, um seine gepanzerte Freundin im Botanischen Loki-Schmidt-Garten in Klein Flottbek zu besuchen. Neulich war es wieder mal so weit.
„Wer behauptet, Schildkröten seien langweilige Haustiere, irrt sich gewaltig“, schmunzelt Gabriele Schmidt-Tukay. Als sie kürzlich mit einem Handwerker in ihrem Garten anstehende Arbeiten besprach, folgte Filibert ihr wie immer auf dem Fuße. Auf der Wiese hinter dem Haus mampfte er genüsslich Butterblumen und genoss die warmen Sonnenstrahlen. Doch plötzlich war das Tier verschwunden.
„Im letzten Jahr ist Filibert schon mal abgehauen“, erzählt Gabriele Schmidt-Tukay. Ihre Kinder weinten sich die Augen aus dem Kopf. Tagelang suchte die Familie die Umgebung ab. Später stellte sich heraus, dass Filibert seine Herzensdame im Botanischen Garten besuchte. Dazu musste der knapp 25 Zentimeter lange Bursche drei Kilometer zurücklegen, belebte Straßen überqueren und mehrere Grundstücke passieren. Als die Angestellten vom Botanischen Garten die fremde Schildkröte entdeckten, die eines ihrer Reptilien-Mädchen anschmachtete, warfen sie sich beherzt dazwischen und brachten das Männchen in das Tierheim Süderstraße. Dort konnte Familie Schmidt-Tukay ihr Haustier dann nach mehr als drei Wochen wieder in die Arme schließen. Für Kost und Logis des gepanzerten Romeos mussten sie allerdings 100 Euro hinblättern.
Ende Juli wiederholte sich das Schauspiel, und Filibert folgte wieder mal dem Duft der Frauen. Diesmal ahnte Gabriele Schmidt-Tukay allerdings sofort, wo es ihre Schildkröte hingezogen hatte und suchte als erstes im Botanischen Garten. Dort hatte es sich Filibert tatsächlich bei seiner „Julia“ gemütlich gemacht. Wie sagte bereits William Shakespeare so weise: „Der Liebe leichte Schwingen trugen mich, kein steinern Bollwerk kann der Liebe wehren.“ Filibert bekommt jetzt einen Chip implantiert.
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