Rissener Würfel sollen bleiben

Die Glaspavillons an der Wedeler Landstraße – jetzt sollen sie doch nicht abgerissen werden. (Foto: cvs)
ch. v. savigny, Ein paar dicke Stahlträger und ziemlich viel Glas – die gläsernen Verkaufspavillons an der Ecke Wedeler Landstraße / Rissener Dorfstraße gefallen nicht jedem: „Die Gebäude sind nicht mehr zeitgemäß“, sagt Clemens Reus, Vater und Berater von Besitzer Felix Reus. „Außerdem sind sie Energieschleudern, die Heizkosten liegen bei 5,30 Euro pro Quadratmeter und Monat.“ Reus und Sohn wollen das Ensemble abreißen lassen und ein bis zu fünfgeschossiges Wohn- und Geschäftshaus errichten. Doch die Kulturbehörde hat ihr Veto eingelegt.
„Die Pavillons wurden von uns unter Denkmalschutz gestellt“, bestätigt Kristina Sassenscheidt, Sprecherin des Denkmalschutzamtes, das der Kulturbehörde unterstellt ist. Vorausgegangen war ein Gutachten, in dem die Kallmorgen-Bauten als „architektonisches Kleinod“ bezeichnet werden.
Nüchtern und sachlich präsentieren sich die Verkaufspavillons. Ende der 60er Jahre hatte der Altonaer Architekt Werner Kallmorgen das kubistische Ensemble im Herzen Rissens erbaut. Heute wird es von Geschäften und kleinen Unternehmen genutzt.
Der 1979 verstorbene Architekt Werner Kallmorgen ist in Hamburg kein Unbekannter: Unter anderem entwarf er das ehemalige Spiegel-Hochhaus in der Brandstwiete, das Ernst-Barlach-Haus im Jenischpark und den Kaispeicher A, auf dem in ferner Zukunft die Elbphilharmonie stehen soll.
Die Entscheidung des Denkmalschutzamtes steht fest. Damit ist auch klar, dass Reus die 60er-Jahre-Würfel nicht abreißen lassen kann, es sei denn, er geht gerichtlich dagegen vor. In jedem Fall müsste ein überzeugendes Gegengutachten vorgelegt werden. Ursprünglich hatten die Besitzer geplant, energiefreundliche Wohnungen zu bauen. Außerdem sollten Geschäfte, eine Tiefgarage und ein Treff für Jugendliche entstehen. „Es existiert ein Bauvorbescheid“, bestätigt Nils Fischer, Sprecher des Bezirksamts Altona. Dieser beinhalte allerdings keinen Rechtsanspruch. „Er stellt lediglich eine Baugenehmigung in Aussicht für den Fall, dass die Auflagen eingehalten werden“, so Fischer.
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