Rettung für fünf Freiheitskämper

Dr. Wolfgang Tigges, ärtzlicher Direktor des Krankenhauses, Neurochirurg Hans-Peter Köhler und Internist Abu Hashem informierten über den Zustand der Patienten. (Foto: westklinikum)

Asklepios Westklinikum Hamburg (Rissen): Opfer des Bürgerkrieges werden hier ärztlich versorgt

Rissen - Sie haben in Libyen gegen Diktator Gadhafi gekämpft, und sind dabei schwer verletzt worden. So schwer, dass die Freiheitskämpfer nicht mehr in Libyen versorgt werden können. Jetzt sind fünf von ihnen im Westklinikum Rissen eingetroffen. Hier werden sie auf Anfrage der Hilfsorganisation „Wounded Evacuation Team Libya“ behandelt, die auch die kosten trägt.
Ein 29-Jähriger musste sofort nach seinem Eintreffen in Hamburg auf die Intensivstation verlegt werden. Er hat schwere Hirnverletzungen. „Die übrigen vier Patienten sind relativ stabil“, erklärte Wolfgang Tigges, ärztlicher Direktor des Krankenhauses. Jetzt kümmert sich ein 50-köpfiges Team um die Libyer.
„Die Patienten haben offensichtlich Kriegsverletzungen davongetragen“, so Tigges. Die Ärzte haben Mehrfachverletzungen an der Wirbelsäule, an Gefäßen und Knochen festgestellt. Vier von ihnen haben sich bereits in libyschen Krankenhäusern wundgelegen.
Dass sie nach Deutschland ausgeflogen wurden, verdanken die Männer im Alter zwischen 23 und 30 Jahren der „Wounded Evacuation Team Libya“. „Die Anfrage ist von dieser Hilfsorganisation an uns gerichtet worden, die beim libyschen Übergangsrat eingerichtet worden ist“, erklärte Dr. Wolfgang Tigges. Die Organisation kommt auch für die Kosten auf.
„Es ist noch völlig unklar, wie lange die Behandlung dauern wird und wie viele Folgeoperationen nötig sein werden“, so Neurochirurg Hans-Peter Köhler.
Nach der Landung waren alle fünf Männer froh, jetzt in Deutschland zu sein. Doch nur einer von ihnen, ein Medizinstudent, konnte bislang über seine Kriegserlebnisse sprechen:Er sei bei einem Rettungseinsatz beschossen worden.
Im Laufe der Woche werden noch sieben weitere Patienten aus Libyen erwartet, so der Geschäftsführer der Klinik, Marco Walker.
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Jonas Walzberg aus Rissen | 19.10.2011 | 16:05  
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