Ratzfatz waren die Bäume weg

Und weg sind sie: Auf einer Strecke von zehn Metern wurden Büsche sowie mindestens zwölf hohe Bäume ohne Genehmigung radikal abgeholzt. (Foto: pr)

Schule erteilte Auftrag zum Buschschnitt auf Nachbargrundstück – die beauftragte Firma sägte gleich zwölf Bäume ab

- Nienstedten - Eigentlich wollte die Raphaelschule nur einen Basketballkorb aufstellen. Da Zweige der Bäume vom benachbarten Grundstück genau dort über den Zaun hingen, vergab die Schule an eine Firma den Auftrag, die Äste wegzuschneiden. Die Arbeiter machten kurzen Prozess und sägten nicht nur die Zweige, sondern gleich die ganzen Bäume ab.
Es hätte alles so schön sein können: Die Schüler der Raphaelschule sollten nach den Herbstferien mit einem neuen Basketballkorb auf dem Schulhof überrascht werden. Noch vor den Ferien erteilte die Schule den Auftrag „zum Buschschnitt“, so Beate Kiencke. Sie ist die Geschäftsführerin der Raphaelschule.
Doch die beauftragte Firma legte so richtig los: Sie schnitt auf eine Strecke von zehn Metern nicht nur Zweige und Büsche ab, sondern sägte auch noch über zwölf hohe Bäume ab. Geschätzter Schaden: um die 15.000 Euro. So teuer käme es, Ersatzbäume zu pflanzen.
Nach den Herbstferien wurde der Baumfrevel entdeckt. „Uns hat der Schlag getroffen. Hier hat sich was in den Ferien verselbstständigt“, sagt Beate Kiencke fassungslos.
Doch die Waldorfschule hätte den Auftrag gar nicht erst erteilen dürfen, denn sowohl Büsche als auch Bäume stehen auf Grund und Boden des SC Nienstedten. Es ist gesetzlich verboten, überhängende Äste von Bäumen, die auf einem Nachbargrundstück stehen, abzuschneiden. Dazu muss man zuvor eine Genehmigung des Bezirksamts einholen. Schon gar nicht darf man Büsche oder Bäume auf einem benachbarten Grundstück abholzen lassen. „Wir sind der Pächter des Geländes, nicht die Schule. Das ist Wildwest-Manier! Wir wollen unsere Bäume sofort zurück haben“, macht Hajo Wolff, Chef des SC Nienstedten, klar.
Jetzt ruhen die Arbeiten am Basketballfeld erst einmal. „Derzeit prüft das Bezirksamt eine mögliche Strafanzeige und ein Ordnungswidrigkeitsverfahren“, so Kerstin Godenschwege, Sprecherin des Bezirksamtes Altona. „Ich möchte hier schon drei bis vier Meter hohe Bäume wieder herhaben“, fordert SPD-Politiker Andreas Bernau.
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