Pionierin der Kunstszene

Das Ölgemälde zeigt den Blick von der Süllbergterrasse in Blankenese auf die Elbe im Jahr 1918. (Foto: pr)

Knapp 70 Jahre nach dem Tod von Alma del Banco (1862-1943) wird jetzt eine Auswahl ihrer Landschaftsgemälde gezeigt

Klein Flottbek - Alma del Banco war in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts eine Hauptfigur der Hamburger Kunstszene - und Frauenrechtlerin. Bis 8. Januar 2012 können ihre Werke unter dem Motto „Elbe, Alster, Mittelmeer“ im Barlach Haus betrachtet werden.
Es ist das Jahr 1892: Die 30-jährige Alma del Banco wagt den Sprung, ihr Geld mit Malen zu verdienen. Kein leichter Entschluss, stammte sie doch aus gutbürgerlichem hanseatischen Haus. Doch es drängte sie, Neues auszuprobieren. So wählte sie für ihre Ausbildung keine klassische Malschule, sondern die fortschrittliche Damenmalschule von Valeska Röver. Dort lernte del Banco von Ernst Eitner und Arthur Illies jene Art des Impressionismus kennen, die auch ihr Frühwerk prägten.
Del Banco hat mit ihren stimmungsvollen, atmosphärisch dichten Porträts und Ansichten aus Hamburg und Norddeutschland Erfolg. Doch das ist ihr nicht genug: Sie sucht neue künstlerische Herausforderungen. So geht sie mit gut 50 Jahren nach Paris. Sie setzt sich dort mit den Werken von Paul Cézanne, Henri Matisse und Fernand Léger auseinander. Wieder zurück in Hamburg, beschäftigt sie sich mit den Gemälden von Franz Marc.
Nach ihrem Studienaufenthalt entwickelt sie ihren Stil: Sie zerlegt die Formen nach Art der Kubisten und verbindet diese mit der Farbigkeit der Expressionisten. Immer wieder malt sie Hafenmotive.
Nach Gründung der Hamburgischen Sezession 1919 avanciert del Banco in den 20er Jahren zu einer wichtigen Repräsentantin der künstlerischen Avantgarde in der Hansestadt. Als führendes Mitglied der Gemeinschaft deutscher und österreichischer Künstlerinnen (GEDOK) und Gründungsmitglied des ersten deutschen ZONTA-Clubs, einer humanitären Vereinigung berufstätiger Frauen, setzt sie sich nachdrücklich für die rechtlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Forderungen der Frauen ein.
Als Jüdin, avangardistische Künstlerin und engagierte Frauenrechtlerin wird del Banco seit Anfang der 30er Jahre zunehmend verfolgt. Ihre Gemälde werden als „Entartete Kunst“ beschlagnahmt. Kurz vor der angekündigten Deportation nach Theresienstadt nimmt sich Alma del Banco in der Nacht vom 7. auf den 8. März 1943 das Leben.
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