Per Radio „einkassiert“

Blankenese Anfang der 30er Jahre: Blick vom Süllberg auf die Elbe. (Foto: Altonaer Stadtarchiv)

Vor 75 Jahren wurden die Elbvororte zu Hamburger Stadtteilen

Ch. v. Savigny, Elbvororte - In den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts hatte Blankenese begonnen, sich zu einem beliebten Ausflugsziel für Hamburger Stadtbevölkerung zu entwickeln. Oevelgönne dagegen war noch ein abgelegenes Fischerdorf mit Schiffswerften und Kapitänshäuschen. Vor 75 Jahren, am 1. April 1937, wurden die Elbvororte Othmarschen, Nienstedten, Blankenese, Iserbrook und Rissen im Rahmen des Groß-Hamburg-Gesetzes der Hansestadt zugeschlagen.
Während den Nationalsozialisten vor allem daran gelegen war, Politik, Wirtschaft, Verkehr und Kultur der Region zu bündeln, fühlten sich viele Elbvorortler und Altonaer um ihre Eigenständigkeit betrogen. „Altona und Hamburg – das pass-te eigentlich nie zusammen“, sagt Wolfgang Vacano, Leiter des Altonaer Stadtarchivs. Damals galten die beiden Städte als erbitterte Konkurrenten. Und die Elbvororte hatten der Nachbarstadt Hamburg viel voraus, besonders bei der Fischerei.
Von der Eingemeindung erfuhren die Bewohner erst, als alles schon unter Dach und Fach war – aus dem Radio und aus der Zeitung. Heute ist die Rivalität zwischen Hamburg und seinen westlichen Stadtteilen stark abgeflaut – auch wenn es immer mal wieder Bemühungen gab, die Eingemeindung rückgängig zumachen. Zuletzte forderte Altonas späterer „Bezirksleiter“ August Kirch im Jahr 1950, wenigstens den historischen Grenzverlauf wieder herzustellen – ohne Erfolg. Seit Mitte der 1990 Jahre setzt sich die Initiative „Altonaer Freiheit“ für eine Selbstständigkeit Altonas ein.
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