Pasta – fast ohne Kalorien

Nudelerfinderin: Sonja Zuber in Lühmanns Teestube in Blankenese. Foto: cvs

Von Konjak zu Kajnok: Findige Unternehmerin revolutioniert den Nudelmarkt

CH. V. SAVIGNY, BLANKENESE

Die Geschichte der Blankeneser Diätnudel beginnt mit einem eher unschönen Geruchserlebnis: Ostern 2013 erhält Sonja Zuber Besuch von einer Freundin aus London. Die hat in ihrem Gepäck eine Packung asiatische Nudeln dabei. Allerdings erweist sich das gut gemeinte Mitbringsel als völliger Fehlschlag. „Ich bin fast hintenüber gefallen, so sehr stanken die nach Fisch", berichtet Zuber. Aber das Interesse der Mittdreißigerin ist geweckt. Denn die fernöstliche Teigware enthält praktisch keine Kalorien. "Gigantisch", sagt Zuber. "Pasta essen und dabei abnehmen. Das müsste doch auch etwas für den deutschen Markt sein."

Wie bekommt man den Geruch weg?
Heute, rund zweieinhalb Jahre später, ist Zuber Geschäftsführerin einer Hamburger Firma mit zehn Mitarbeitern. Ihre Abnehm-Nudel ist in rund 3.000 Supermärkten in ganz Deutschland erhältlich. „Kajnok“ hat sie das Produkt genannt – eine Wortspielerei, die an die Grundzutat, die Konjakwurzel, erinnert, die als Nudel per Container von Shanghai nach Hamburg verschifft wird. Das Geschäft läuft – ganz prima sogar. "Seit Anfang des Jahres schreiben wir schwarze Zahlen", sagt Zuber.
Bis es soweit war, musste die Unternehmerin, die zuvor eine Beratungsfirma im Gesundheitswesen geführt hatte, einen langen Weg zurücklegen. Wenn man es genau nimmt, ist die Idee der Kajnok-Nudel sogar in den Elbvororten entstanden: Mit ihrem Lebenspartner, der in Blankenese wohnt, saß Zuber damals regelmäßig in Lühmanns Teestube und überlegte, wie das Produkt am besten an den Mann zu bringen sei - und wie man den unangenehmen Geruch wegbekommen könnte. „Es gab keinen Experten, der sagte, wir kriegen das hin", erzählt sie.
Trotzdem ließ Zuber nicht locker, reiste mehrfach nach China und sprach mit Produzenten, Lebensmittelbetrieben, Labors und Behörden. Rund ein dreiviertel Jahr dauerte es, bis die Nudel so schmeckte, dass sie auch für den europäischen Gaumen geeignet schien. Anschließend musste sich Zuber ausgiebig mit dem hamburgischen Verbraucherschutzamt herumschlagen. Denn als Lebensmittel war das Produkt in Deutschland unbekannt. "Die wollten halt wissen, ob man das überhaupt essen kann", sagt Sonja Zuber.
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