Parkplätze „geraubt“, Siedler sind sauer

Schon in den frühen Abendstunden wird im Steenkamp halbseitig auf dem Gehweg geparkt. Platz genug für Pkws bleibt zwar, aber nicht für die um einiges breiteren Rettungsfahreuge

Steenkamp: Polizei verbietet das Parken auf beiden Straßenseiten, Siedler wissen nicht, wohin mit ihren Autos

In der Steenkamp-Siedlung tobt der Krieg um Parkplätze. Bislang parkten die Autos beidseitig im Steenkamp. Doch Rettungsfahrzeuge und Müllwagen kamen nicht durch. Jetzt ist nur das einseitige Parken erlaubt. „Uns fehlen die Parkplätze. Das Gedränge wird immer schlimmer“, so Claus Thiele vom Verein Heimstättenvereinigung Steenkamp.
Die Steenkamp-Siedlung ist eine idyllische Siedlung mit schmalen Straßen aus den 1920er Jahren. Wer einen Parkplatz ergattern kann, parkt auf der Fahrbahnseite dicht am Gehweg. „Bis vor einem Jahr konnte man auch halbseitig auf dem gegenüberliegenden Gehweg parken. Es war zwar nicht gestattet, aber die Polizei hatte es geduldet“, so Claus Thiele.
Damit ist jetzt Schluss. Nachdem sich eine Anwohnerin vor einem Jahr beschwert hatte, gibt es fürs Parken auf dem Gehweg ein Ticket. „Alle Flächen, über die diskutiert wird, fallen unter den Begriff kreative, ordnungswidrige Abstellplätze“, rechtfertigt Holger Heitmann vom Polizeikommissariat (PK) 25 das Vorgehen.
Die Anwohner machten Druck beim zuständigen PK 25, wollten ihre „geraubten“ Parkplätze wieder. Also wurden die Gehwege von Polizei und Bezirksamt in Augenschein genommen. „Die Standfestigkeit eines Gehweges ist niemals darauf ausgerichtet, dass dieser dauerhaft von Autos befahren werden kann“, so Kerstin Godenschwege vom Bezirksamt Altona. „Die Gehwege sind im Untergrund praktisch unbefestigt und haben eine Schotter-Kies-Oberfläche. Deshalb kommt die Erlaubnis zum Gehwegparken nicht in Betracht“, so Heitmann.
„Blödsinn! Die wollen´s einfach nicht!“, wetterte Thiele. „In der Notkestraße wird auch so geparkt, und die Gehwege sind genauso wie bei uns gebaut.“ Außerdem, so das Bezirksamt, seien die Gehwege zu schmal: Parken Autos darauf, bleibt weniger als 1,5 Meter Platz für die Fußgänger.
Nun denkt die Polizei auch noch über ein Parkverbot in den kleineren Straßen wie Im Hag nach. „Kommt dort ein Parkverbot, bricht das Chaos aus“, so Thiele. „Das Problem ist hausgemacht“, hält Holger Heitmann dagegen.
„Es gibt Einfahrten, die nicht zum Parken genutzt werden, und viele Pkw-Anhänger parken zwar auf der Straße, werden auch regelmäßig umgeparkt, aber wohl nur sehr selten tatsächlich genutzt.“
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