Muss das ZSU weg?

Wo Kinder heute noch Natur entdecken können, will ein Investor Wohnungen bauen. Die Behörden scheinen diesen Plänen positiv gegenüber zu stehen.

Zentrum für Schulbiologie und Umwelterziehung soll angeblich an den Osdorfer Born umziehen ­ – zugunsten teurer Wohnungen

Osdorf - Gerade scheinen die Bebauungspläne des Sportplatzes Hemmingstedter Weg vom Tisch zu sein, da tauchen Baupläne für das Gebiet westlich der Sportplätze auf: Auf der Fläche des Zentrums für Schulbiologie und Umwelterziehung (ZSU) will ein Investor Wohnungen bauen.
Ins ZSU kommen jährlich bis zu 14.000 Besucher, um Natur hautnah zu erleben. Doch das 1,1 Hektar große, städtische Gelände weckt Begehrlichkeiten:Hier ließen sich prima Wohnungen bauen, die zu einem guten Preis vermietet werden könnten. Doch dafür müsste das ZSU weg.
Soll das Zentrum dem Bezirk trotzdem erhalten bleiben, wie es die Politik fordert, könnte es in den Osdorfer Born ziehen. Die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) will sich zu den Umzugsplänen nicht äußern: „Hier in der Behörde kann keiner dazu etwas sagen“, so Pressesprecherin Kerstin Graupner.
Auch die Schulbehörde mauert: „Die Frage der Verlagerung des ZSU stellt sich derzeit nicht“, so Pressesprecher Peter Albrecht. Doch Kerstin Godenschwege, Pressesprecherin des Bezirksamtes Altona, räumt ein: „Es gibt Gespräche zwischen den Behörden, die nicht öffentlich sind.“
Ein Umzug des ZSU wäre nicht billig. „Ich gehe aufgrund der Ausstattung von einem siebenstelligen Betrag aus“, so Herbert Hollmann vom Förderverein des ZSU. Dazu kämen noch die Kosten, den neuen Standort für das ZSUherzurichten.
Am Hemmingstedter Weg „sollen Wohnungen gebaut werden“, bestätigt Kerstin Graupner. Es ist eine ruhige Wohngegend mit viel Grün. Ursprünglich sollten hier bezahlbare Wohnungen entstehen. Doch mittlerweile schätzt die Schulbehörde in einem Brief das Grundstück als „sehr geeignet“ für „hochwertigen Wohnungsbau“ ein.
Warum baut man nicht gleich im Osdorfer Born neue Wohnungen, die günstig vermietet werden? Die Behörde scheint zu hoffen, mit dem Umzug des ZSUin den Osdorfer Born den Stadtteil aufwerten zu können.
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