Mehr Spaß als beim Deutschunterricht

Fünftklässlerin Lina übt mit ihrer Leselernhelferin Veronika Koop einmal pro Woche. (Foto: jve)

Veronika Koop hilft einmal in der Woche Fünftklässlerin Lina beim Lesen-Üben

Von Julia Vellguth

Lina (10) freut sich auf den Mittwochnachmittag. Sie trifft sich in ihrem Klassenraum mit Veronika Koop, um lesen zu üben. Die 71-Jährige ist seit Dezember Linas Leselernhelferin an der Stadtteilschule Blankenese.
Eigentlich liest die Fünftklässlerin aus Klein Flottbek gerne, am liebsten lustige Bücher. Zu Hause habe sie ein ganzes Regal voller Bücher, erzählt sie. Eine gute Voraussetzung für Linas Leselernhelferin Veronika Koop. „Es gibt auch Kinder, da gibt es kein Buch im Haus“, weiß die Rissenerin. Seit sieben Jahren unterstützt die ehemalige Buchhändlerin ehrenamtlich Schüler beim Lesen. Koordiniert wird das vom Verein Mentor Hamburg, der allein in Blankenese und Rissen knapp 20 Leselernhelfer im Einsatz hat. Finanziert wird die Leseförderung durch Spenden, für die Eltern entstehen keine Kosten.
Lina kennt ihre Probleme beim Lesen. „Ich stocke manchmal ein bisschen, und manchmal verstehe ich die Wörter nicht“, erzählt sie. Mit Veronika Koop übt sie, flüssiger zu lesen, und die Mentorin erklärt ihr Wörter, die sie nicht versteht. Gelesen wird „Die kunterbunte Kinderzeitung“, die Lina vor allem wegen der Rätsel mag, aber auch Bücher, die Veronika Koop mitbringt. Der Verein Mentor hat dafür eine eigene Bücherei. Haben Kinder Probleme mit der Konzentration, spielt sie auch mal ein Spiel mit ihnen, berichtet die Mentorin, doch das sei bei Lina bisher nicht der Fall.

Beim Lesen können richtige Freundschaften entstehen
Linas Lesestunde ist keine Nachhilfestunde, und es gibt keinen Leistungsdruck. Der Spaß am Lesen soll im Vordergrund stehen, und die Inhalte sind losgelöst vom Unterrichtsstoff. „Der richtige Unterricht macht nicht so viel Spaß wie das hier“, meint Lina. Veronika Koop hat die Erfahrung gemacht, dass richtige Freundschaften entstehen können, wenn man gut miteinander auskommt. Die beiden werden mindestens bis Weihnachten zusammen lesen.
Die Leselernhelferin geht in ihrer ehrenamtlichen Arbeit voll auf. „Ich freue mich über die Kombination aus Kindern und Büchern, das ist für mich perfekt“, so die 71-Jährige. Sie ist überzeugt davon, dass die Eins-zu-Eins-Leseförderung sich positiv auf die Schüler und ihre Freude am Lesen auswirkt.
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